Bilche

1) Haselmaus

2) Siebenschläfer

3) Baumschläfer

4) Gartenschläfer

🏡 1) Haselmaus

Gattung: Haselmäuse / Familie: Bilche

Links: xulescu_g, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Mitte:  Danielle Schwarz, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Rechts:  Frank Vassen from Brussels, Belgium, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

Alter: Freiland 3-4 Mon. /Gebäude 1 - 4 Jahre

Größe:  6 - 9 cm

Schwanz: 57 - 77 cm (dadurch von Wühlmäusen unterscheidbar, mit ringförmigen Schuppen bedeckt, kaum behaart)

Gewicht: 15 - 25 g

Oberseite Fell: Mausgrau bis braungrau

Unterseite: heller

Geschlechtsdimorphismus: nein

Augen/Ohren: große Augen + Ohren, (kleiner als bei Waldmäusen)

Gebiss: Nagetier-typische Schneidezäne mit Diastema, die oberen etwas eingekerbt (= Unterschied zur Waldmaus)

Lebensweise

Lebensweise: weitgehend nachtaktiv, auf durch Geruchsmarken festgelegten Bahnen, bodenlebend, kletternd, kein Winterschlaf,
Lebensraum: Gebäude + Freiland (ganzjährig o. nur während der kalten Monate in menschlichen Behausungen) 

Kommunikation: durch geruchliche und Ultraschall-Signale

Nahrung: Allesfressser, Gräser, Samen, Getreide, Nüsse, Wurzeln, Insekten. gerne Mehl, Korn, Obst (wenn nötig Vorratshaltung)

Schäden: Nagen an diversen Gegenständen und Lärmbelästigung

Nahrung

 Allesfressser, Gräser, Samen, Getreide, Nüsse, Wurzeln, Insekten. gerne Mehl, Korn, Obst (wenn nötig Vorratshaltung)

Schäden

 Nagen an diversen Gegenständen und Lärmbelästigung

Revier

Freiland 10–20 m²,Gebäuden 4–6 m²

i.d.R. ortstreu, Radius vom Nest 10 - 12 m, geringer Bewegungsradius, bewegen sich stets dicht an Wänden fort

Populationsdichte

 1 Maus pro 100 m² / in Gebäuden bis zu 10 pro m²

Fortpflanzung

(ganzjährig, bis 8 Würfe pro Jahr)

Tragzeit: ca. 21 Tage

Wurfgröße: 3 - 8

Selbständig: 21 Tage

Geschlechtsreife: 6 Wochen

Feinde / Krankheiten

Feinde:

Katze, Marder, Wanderratte, Fuchs, Eule, Greifvogel, Turmfalke, Schlange, Mensch

 

Übertragbare Krankheiten:

Leptospirose, Hanta-Virus

Bau

Freiland:  gräbt flache Baue unter Steinen, Wurzeln. Die unterirdischen Gangsysteme haben i.d.R. 1 geringe Ausdehnung. Häufig entlang von Hecken o. Mauerresten. Nestgröße variiertje Temperatur, nimmt mit beginnender Kälte im Herbst zu.

Nach Paarung bauen eigene Wurfnester. In Gebäude:  Spalten/Nischen zur Anlage der Nester. Bestehen meist aus locker zusammengefügten Stoff/Papierstücken, mit feineren, zerstückelten Materialien ausgefüllt.

Kommunikation

Geruchs- und Gehörsinn besonders gut entwickelt. Akustische Kommunikation durch eine Reihe von Lauten in unterschiedlichen Frequenzen.

Jungtiere, die aus dem Nest geraten, erzeugen zum Beispiel Ultraschalllaute als Zeichen des Unwohlseins und werden daraufhin vom Muttertier zurücktransportiert.

Verwirrungs-, Abwehr- und Schmerzlaute: bei erwachsenen Tieren fixer Bestandteil der innerartlichen Kommunikation

Markierungen: Duftspur durch Harnmarken , (Verteidigung Territorium, Botschaften). Eine Art Visitenkarte über Geschlecht, Sozialstaus, Fortpflanzungs- u. Gesundheitszustand.Der individuelle Duft wird vererbt wird,

Haselmaus Ende

🏡 2) Siebenschläfer

Gattung: Siebenschläfer/ Familie: Bilche

Links: Unim0g KS, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Mitte: Azay, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Rechts: Herwig Winter, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

Alter: 12-15 Mon.

Körperform: größter aller Wühlmäuse

Größe Kopf-Rumpf: 6,8 - 10,2 cm 

Schwanz: 8,1 - 9,3 cm (zweifarbig mit heller Unterseite, kürzer als die Körperlänge)

Augen: groß

Ohren: groß, 1,4 - 2,0 cm

Oberseite: hellbraun - graubraun (Rückenmitte dunkler)

Unterseite: grauweiß, nie reinweiß

Kehle: strichförmiger Mittelfleck

Gewicht: 16 - 30 g

Geschlechtsdimorphismus

Lebensweise

Lebensweise: Weitgehend nachtaktiv, Bodenlebend, Kletternd
Lebensraum: besiedelt viele Lebensräume, vor allem mit offener Kraut- und Strauchschicht, auch im dichten Unterholz o. Getreidefeldern zu finden.

Früjahr: entlang von Gebüschstreifen / Herbst: zurück in Waldbereich

 

Nahrung

Samen (Bäume, Gräser,Kräuter), Triebe /Stängel, Wurzeln, Beeren/Obst. Fruchtkörper von Moosen.

Herbst: Beeren. Winter: Eicheln, Buchecker Tierische Nahrung Frühjahr/Sommer 20 % (Insekten (u.a. Kartoffelkäfer), Schnecken,  Regenwürmer, Vogeleier, Jungvögel,kleine Fledermäuse)

Schäden

geht gerne an Mehl, Korn, Obst.

Kein Forstschädling, verursacht weder Nage- noch Fraßschäden an Gehölzen. Sie trägt wesentlich zur Verbreitung von Samen einiger Pflanzenarten bei: Erdbeere, Blaubeere, Preisbeere sind selbst nach der Verdauung keimfähig

Revier

Revier: ♂ 0,18–0,31 ha / ♀ 0,01–0,21 ha.

Populationsdichte

max. 5 pro ha Frühjahr /20–50 Herbst, Zuwanderung nach Feldernte 50–100/ha;  Mischwäldern 1–40 / Ackerflächen 1–30 / ha.

Fortpflanzung

(Mrz - Sep., 2-3 Würfe pro Jahr)

Tragzeit:  23-26 Tage

Wurfgröße: 6 - 6

Säugen: 3 Wo

Selbständig: 21 Tage

Geschlechtsreife: 3. Monat

Weibchen ist bereits unmittelbar nach der Geburt erneut empfangsbereit

Feinde / Krankheiten

Feinde:

Greifvögel, Schleiereule, Waldkauz, Raufußkauz, Waldohreule, Uhu, Fuchs, Marderarten, Katze, Wildschwein.

 

Übertragbare Krankheiten:

Leptospirose, Hanta-Virus

Bau

 oberirdisch + unterirdisch.

Oberfläche: Nester nur bei hoher Laubschicht/ feuchtem Böden.

Zusammen mit Vorratskammern in Hohlräumen von morschem Holz oder überbaut vorhandene Vogelnester.

Grabtätigkeiten mit unteren Schneidezähnen. Vorderbeine: Abtransport von Erdmaterial.   Größe, Tiefe, Gestalt der Baue: i.d.R. bis zu 50 cm tief, Länge ca. 2,5 m. 1 Kammer mit 2 – 6 gut versteckten Eingängen. Rund 15 cm große Raum (Lagerung Vorräte) mit Blättern /Moos ausgekleidet. 1 Gangbiegung dient als Windfang und 1 senkrechter Gang (Fallröhre) zur Durchlüftung.

Während Jungenaufzucht verschließt das Weibchen beim Verlassen die Eingänge mit Erde /Pflanzenmaterial. 

Kommunikation

Kommunikation: Auseinandersetzungen als  lautstarke Konflikte  (niedriger als 20 kHz). Verschiedene Laute bei Gebiet erkunden, Körperpflege, innerartl. Kommunikation (über 20 kHz , für Menschen nicht hörbar). Orientieren am Erdmagnetfeld. Selbst gesetzte Wegmarkierungen..

Siebenschläfer Ende

3) Baumschläfer

Gattung: Baumschläfer / Familie: Bilche

Foto 1: Igor Zagorodniuk / Ігор Загороднюк, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Foto 2: Attis, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

Alter: bis 1,5 Jahre

Körperform: Kopf spitz zulaufend, große Augen + Ohren

Größe:  Kopf-Rumpf 7 - 10,5 cm 

Schwanz: 6,5 - 9,2 cm, 3/4 so lang wie Kopf-Rumpf Länge, deutlich zweifarbig.

Ohren: relativ kurz, auf oberer Hälfte der Innenseite behaart

Oberseite: 2–3 mm schwarzer Aalstrich (ab 2–3 Lebenstag deutlich erkennbar), braun mit roten, grauen und gelben Farbtönen

Unterseite: grauweiß; Jungtiere allgemein grauer

Gewicht: 15 - 35 g

Lebensweise

Aktivität: Übergangsbereiche zwischen Wald / Wiese feuchter Lebensräume; 

Lebensweise: tag- u. nachtaktiv, im Vergleich zu anderen Waldmäusen verstärkte Tagesaktivität. In Relation zu Waldmaus u. Gelbhalsmaus ist sie ein schlechter Kletterer /Springer. Nur gelegentlich in oberirdischen Verstecken anzutreffen. Bodengebundene Lebensweise: 

Nahrung

Tierisch: Insekten, Weichtiere, Regenwürmer (Frühjahr +Fortpflanzungszeit), gelegentlich Frösche, Kleinsäuger.

Pflanzlich: Nüsse, Eicheln, Samen, Beeren

Schäden

Schäden nur in Forstbaumschulen

Revier

Männchen größer als die der Weibchen; ca. 5-50 Individuen pro Hektar

Populationsdichte

5 - 50 Individuen pro Ha (5 ha = 50000 m²)

Fortpflanzung

Apr - Sep / 3 -4 x pro Jahr

Tragzeit: 24 Tage

Anzahl Junge: 3–6 

Weibchen können direkt nach ihrer Geburt wieder begattet werden, sodass 2 Würfe oft nur 22 Tage auseinander liegen

Erwachsen: mit 3 Wochen
Geschlechtsreife: mit 2 Monaten

Feinde / Krankheiten

Feinde:

Greifvögel, Fuchs, Hermelin, Mauswiesel, Schwinden von Ackerrandstreifen /Gehölzreihen als wichtige Lebensräume.

 

Übertragbare Krankheiten:

 

Bau

 Übernahme von Gangsystemen anderer Kleinsäuger o. anlegen eines Baus dicht unter der Erdoberfläche. 1 Vorratskammer, 1 Nestkammer,  mehrere Gänge. Das Nest liegt in einer Tiefe von 40 cm und besteht aus Gras u. Laub. Auch außerhalb ihres Baus werden Vorräte in Mulden gesammelt und zum Schutz mit Blättern bedeckt.

Kommunikation

Orientierung:

Als Besonderheit innerhalb der Säugetiere gilt ihre Orientierung mit Hilfe der Sonne. Bei hoher Populationsdichte sind häufig Zanklaute zu hören. Wie bei anderen Waldmäusen (Apodemus) werden Duftsignale durch eine Unterschwanz-Drüse produziert. Diese ist jedoch vergleichsweise schwach entwickelt.

Baumschläfer Ende

🏠 4) Gartenschläfer

Gattung: Gartenschläfer / Familie Bilche

Foto 1: Arno Laurent, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Foto 2:No machine-readable author provided. Asseus assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

Alter: bis 1 Jahr, hohe Wintersterblichkeit

Körperform: Kopf spitz zulaufend,

Größe:  Kopf-Rumpf 7 - 11,2 cm 

Schwanz: 7,7 - 12 cm (auffälliges (!) Talgdrüsenpolster  an der Schwanzwurzel) !

Ohren/Augen: groß, Augen hervorstehend

Oberseite: 2–3 mm schwarzer Aalstrich (ab 2–3 Lebenstag deutlich erkennbar), braun mit roten, grauen und gelben Farbtönen

 Rücken + Flanken: rotbraun

Unterseite: weiß; deutlich abgegrenzt, Jungtiere allgemein grauer

Brust: variabel ockergelb, meist (nicht immer) als Band , nie zum Bauch hin verlängert.

Gewicht: 26 - 36 g

Lebensweise

Aktivität: dämmerung + nachts, gute Kletterer/Springer/Schwimmer, bodenlebend

Lebensweise: schnell laufen, weit springen, mühelos klettern. Größere Distanzen legt sie häufig springend zurück. Im Schnee  Sprungweiten 30 – 80 cm. Schwimmen nur selten.

Bei Kälte reduziert sie ihre Stoffwechselrate von 156 kJ pro Tag, indem sie in eine Kältestarre verfällt.

Lebensraum: Mischwald, besonders reife Laubwälder (Eichen/Buchen),  an bewaldete Lebensräume gebunden.

Nahrung

Pollen, Nektar von Blüten, Baum- Getreide-  Grassamen, Pilze, Beeren.

Tierisch: Insekten, Larven, Regenwürmer, Spinnen, Schnecken, Fledermäuse, Jungvögel. (Herbst  bis zu 40 % )

Winter: Nahrungsvorräte (Haselnüsse, Eicheln, Bucheckern), tragen zur Samenverbreitung bei.

Schäden

Fraß an Zuckerrübensaat, Rinde junger Bäume, Keimlinge.

An gelagerten Feldfrüchten und Samen.

Revier

Fortpflanzung ♂ 1,6 ha,  ♂ 0,7 ha;

Populationsdichte

Frühjahr 2/ha, Herbst  15/ha,  , nach Baummastjahren bis 55/ha. Begegnungen zwischen Artgenossen verlaufen häufig aggressiv.

Fortpflanzung

Feb - Sep / 2 - 3 x pro Jahr

Tragzeit: 21 - 23  Tage

Anzahl Junge: 5 - 7

Weibchen können direkt nach ihrer Geburt wieder begattet werden, sodass 2 Würfe oft nur 22 Tage auseinander liegen

Erwachsen: mit 3 Wochen
Geschlechtsreife:  Frühjahr geb.: 2-3 Mon. / spätere Würfe im Folgejahr

Feinde / Krankheiten

Feinde:

Waldmaus, Baummarder, Fuchs, Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Katze. Waldkauz, Raufußkauz,  Schleiereule, Waldohreule, Uhu.

 

Übertragbare Krankheiten: & Erreger:

Hantaviren: schwere Formen der Hanta-Krankheit, 

Zeckenenzephalitis (FSME):  Überträger von FSME-Viren.

 Salmonellen, Leptospiren, Darmviren: können über Mäusekot/Urin übertragen werden.

Bau

Bevorzugt unterhalb Baumstämmen, Steinen, in Baumwurzeln.  Gangsysteme bis in eine Tiefe von 150 cm, i.d.R.  jedoch nur bis 50 cm unter der Erdoberfläche. Ein Individuum besitzt 1 – 2 Nester. Vorratskammern: Samen, erbeutete wirbellose Tiere.

Bau: Wohnkammer mit Moos, Blättern ausgepolstert. Mehrere Gänge, während  Jungenaufzucht und bei Kälte mit Vegetationsmaterial verschlossen. Neben einem Hauptbau häufig weitere Nebenbaue im Revier.

 

Kommunikation

Orientierung:

Sekret aus Drüsenorgan der Schwanzunterseite: Informationen zu Geschlecht,  Alter, Reproduktionszustand

Intraspezifische Kommunikation: vorwiegend über Laute (im Ultraschallbereich als auch im hörbaren Bereich) als Warn/Drohrufe oder Stimmungen mitteilen.

Lautäußerungen: meist im Zustand höchster Erregung, z.B. bei aggressiven Begegnungen,  während Paarung.

Aus Nest geratene Jungtiere: äußern 4 – 5 Mal pro Sekunde Töne, von 56 – 60 kHz, abfallend auf  40 kHz. Vernehmen Weibchen diesen Ruf, helfen sie dem Jungtier, unabhängig davon, ob es sich um ihren eigenen oder um fremden Nachwuchs handelt.

Gartenschläfer Ende