Der Dachs

Foto 1:kallerna, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

 Merkmale

Sinnesorgane

Nahrung / Vorratshaltung

Lebensweise / Verhalten / Winterschlaf

Bau

Lautäußerungen

Paarung

Nachwuchs

Feinde

Krankheiten

ALLGEMEINES

ALTER

bis zu 20 Jahre

GEWICHT

ausgewachsen ca. 7 - 17 kg

GRÖSSE

Höhe 25 - 40 cm / Länge 70 - 90 cm

SCHNELLIGKEIT

im Sprint bis 25 - 30 km/h

SPRÜNGE

aus dem Stand: Höhe bis 180 cm / Weite bis 5 m

REVIERGRÖSSE

Bis zu 3 km² groß, aber auch nur 50 bis 200 Hektar (ha), abhängig vom Nahrungsangebot, insbesondere Regenwürmern.

Werden je nach Jahreszeit unterschiedlich intensiv genutzt; im Winter nur teilweise, während der Welpenaufzucht aber fast vollständig.

Merkmale

Sind angepasst an ein Leben, das zu einem großen Teil untertage in selbst gegrabenen Erdbauten verbracht wird – daher auch der Name „Erdmarder“

 

Körperbau: kompakt

Beine: kurz

Fell: auffällig silbrig-graue Färbung auf der Oberseite. Grannenhaare bis zu 12 cm lang mit häufig gelblicher Färbung.  Unterseite und Beine schwarz und deutlich kürzer. Bauchregion nur spärlich behaart. 

Pfoten: Grabpfoten, kräftig, nach unten gebogene Krallen

Kopf: klein, markante GesichtsmaskeKopf und Hals sind von weißem Grundton. Oberhalb der beiden Mundwinkel verlaufen zwei in der Breite zunehmende schwarze Streifen nach oben über die Augen- u. Ohrenpartie hinweg bis in den Nacken.

Ohren: nur noch an der Oberseite einen weißer Rand.

Schädel: im Vergleich zum gedrungenen Körper eher gestreckt.

Schädelknochen: massig, schwer, weist einen bis zu 16 mm hohen Scheitelkamm auf, an dem die Beißmuskeln ansetzen. (wächst mit zunehmendem Alter und ist bei männlichen Tieren stärker ausgeprägt als bei weiblichen)

Schnauze: rüsselartig, empfindlich beim Aufspüren von Nahrung, gleichzeitig auch robust genug, Würmer, Insektenlarven aus dem Boden heraus aufzunehmen.

Halsmuskulatur: kräftig kann bei großen Männchen den des Schädels sogar übertreffen.

SINNESORGANE

OHREN

 TÖNE: Sie können bis zu einer Frequenz von 65kHz wahrnehmen, wohingegen der menschliche Hörbereich bei etwa 20kHz endet.

OHREN: lassen sich sehr exakt ausrichten. Dadurch sind sie in der Lage, die Geräusche einer Maus noch unter einer 30 cm dicken Schneedecke punktgenau zu orten.

NASE:

Fuchsnase hat feine Knochenstrukturen in ihrem Innern, die dafür sorgen, dass in der vergleichsweise kleinen füchsischen Nasenhöhle eine Riechschleimhaut mit riesiger Oberfläche Platz findet. Sie verfügen über ein Vielfaches der Riechzellen eines Menschen.

AUGEN

Vertikal geschlitzte Pupillen, ermöglichen im Nahbereich eine sehr akkurate Tiefenwahrnehmung. Bodennahen Kleintierjägern wie Fuchs und Katze hilft diese bei der exakten Ortung von Beutetieren; sie ist aber auch auf der Flucht von großem Nutzen. Sie schließen außerdem besser als runde Pupillen und bieten den empfindlichen Fuchsaugen bei hellem Sonnenschein und reflektierendem Schnee optimalen Schutz.

Eine reflektierende Schicht im Augenhintergrund, dem sogenannten tapetum lucidum. Es ist auch dafür verantwortlich, dass Fuchsaugen im Scheinwerferlicht regelrecht aufleuchten, weil es einfallendes Licht zurückwirft. Da das Licht die Netzhaut dabei ein zweites Mal passiert, fungiert das tapetum lucidum letztlich als Restlichtverstärker und sorgt dafür, dass Füchse auch bei schwachem Licht noch gut sehen können. Allerdings ist die Farbwahrnehmung und Fernsicht bei Füchsen vermutlich deutlich schwächer ausgepägt als bei Menschen.

Nahrung (400 - 600 g pro Tag)

ausschließlich am oder im Boden.

In Wäldern ( Streu- o. Laubschicht): Käfer, Larven, Kerbtiere .

Grünland: Regenwürmer sind Hauptnahrung.

Streuobstwiesen / Gärten: Fallobst intensiv.

 Landwirtschaftliche Kulturen: Maiskolben

Gelege:Wiesenbrüter /Reptilien und unvorsichtige Kleinsäuger.

VORRATSHALTUNG

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Fressen sich Winterspeck an

Lebensweise

Leben in Familien (ähnlich Wölfen): Neben zwei Elterntieren gehören der jährliche Nachwuchs und die Jungen des vorherigen Jahres zum Clan.

Erst im Verlauf ihres zweiten Lebensjahres verlassen die Jungdachse ihre Familie, um eigene Territorien zu gründen.

Während der Tag in großen Bauanlagen verschlafen wird, dienen Dämmerung und Nacht der Suche nach Nahrung.

 

VERHALTEN

Ihren Kot setzen Dachse in sogenannten Latrinen ab. Sie befinden sich an unterschiedlichen Stellen des Streifgebietes und haben eine hohe Bedeutung für die Kommunikation untereinander: Duftstoffe unterschiedlicher Drüsen vermitteln hier anderen Dachsen Reviergrenzen.

WINTERSCHLAF

Den Winter verbringen Dachse überwiegend schlafend, sie halten eine Winterruhe. Der Stoffwechsel ist dabei stark herabgefahren und nur selten wachen sie kurzzeitig auf.

Dachsbau

Tiefbauspezialisten, architektonische Meisterwerke unter Tage, dessen Burgen unter Tage manchmal mehr als hundert Jahre alt werden und mehrere Dachs-Generationen gleichzeitig beherbergen können.

 

Erdbaue in von Störungen geschützten Gebieten. Bauanlagen liegen häufig innerhalb von Waldgebieten, können sich aber auch in Hecken und Gehölzen der Kulturlandschaft befinden.

Wo der Boden trocken genug ist und eine ausreichende Grab-Festigkeit aufweist. In sehr feuchten Lebensräumen, wie Auwäldern, kommen Dachse nicht vor.

 

Nicht selten erreichen die Burgen unter der Erde einen Durchmesser von bis zu 50 Metern. Großer Wohnkessel, mit Moos, Blättern, Farnen warm ausgepolstert, in bis zu 5 Metern unter dem Erdboden.

Dazu kommen kleinere Kessel in verschiedenen Etagen, deren Luftzufuhr über das verzweigte Gangsystem geregelt wird.

Mit ihrem kompakten Körper schieben die Tiere die ausgegrabene Tunnelerde aus der Burg.

Dachs Latrinen

Eine Besonderheit sind die Dachs-Latrinen. Für ihre Hinterlassenschaften legen die reinlichen Tiere außerhalb des Baus flache Mulden an.

Lautäußerungen

Das vokale Repertoire der Dachse besteht aus mindestens sechzehn verschiedenen Lauten, bzw. Tönen.

Von einem langen, tiefen Grollen, zu einem kurzen, hohen Quietschen bis hin zum taubenartigen Gurren.

 

Erwachsene Dachse

Gurren, Keckern, Schnurren

 

Dachs-Junge

Zirpen, Glucksen, Gurren, Quieken

 

Von allen angewandte Laute

Bellen, Zwitschern, Knurren, Grunzen, Zischen, Knurren, Schnauben, Winseln

Paarungsruf (Gurren)

Zeigt sexuelle Erregung d. Rüden zur Fähe während  Ranzzeit. Qualität, Tiefe, Intensität   informiert die Weibchen über die Vitalität + physischen Zustand des Rüden.

Foto 2: kallerna, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Angriff, Bedrohung, Kampf, Unterwürfigkeit (Keckern)

Relativ langer Laut,  in einem Atemzug,  in Intervallen, mehrere Sec - 1 min. Wenn Kampf ernster, heftiger, werden Intensität, Ausmaß, Geschwindigkeit angehoben.

Foto 3: Nzrst1jx, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Laute Dachsfähe zu ihren Jungen

(Schnurren)
Laut wird nur von  Mutter abgegeben, richtet sich ausschließlich an ihre Jungen. Bei Körperpflege,  Tragen der Kleinen,  Herausrufen aus  Bau und Aufforderung, ihr zu folgen..

Foto 4: Byrdyak, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Jammern (Zwitschern, Zilpen)
Weicher, vogelähnlicher Laut, jämmerliche, klagender" Charakter. Wird eingesetzt, wenn junger Dachs z.B. Schwierigkeit hat, der Familie zu folgen.

Foto 5: Ian McIntosh, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Inniger Kontakt (gackern)
Ein ungewöhnlicher, vogelähnlicher Laut, der dem leisen Quaken / Schnattern von Enten ähnelt. Dieser Laut wird hauptsächlich bei der Begrüßung, bei der Pflege und beim Spielen verwendet.

Foto 6: © Salix / Wikimedia Commons

Isolierung / inniger Kontakt (gurren)
Extrem weicher, taubenartiger Laut, meist in Isolation  auswärtiger Dachse. Klang durch jungen Dachs in sehr kurzen Abständen bei innigen, sozialen Kontakten zu den engsten Familienangehörigen, Mutter/Geschwister..

Foto 7: caroline legg, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Frustration, Aufregung,Einsamkeit , Spiel (quietschen)
Hoher, sehr kurzer, schriller Ton, vor allem aus Frustration, bei Aufregung und  Einsamkeit, bzw. bei Trennung des Jungdachses von  Mutter. Auch tritt der Laut beim Spielen auf.

Foto 8: andyballard, Pixabay

Notruf / Getrenntsein (jammern, weinen)
Anhaltend hoher Schrei eines jungen Dachses in Not / aus Angst -i.d.R. geäußert, wenn junger Dachs von Mutter getrennt wird. Wenn Angst zunimmt, erhöht sich Intensität + Geschwindigkeit, in welcher die Schreie aufeinander folgen..

Foto 9: Beeki, Pixabay

Spiel, Schreck, Überraschung, Warnung,  Verteidigung (bellen)
Kurzer Ton - ähnelt Hundebellen.
Während des Spiels,  auch in Zusammenhang mit Erschrecken, überrascht werden,  Warnung vor dem Angriff, bzw. der Verteidigung.

Hauptsächlich von Erwachsenen. Dient auchdazu, Störungen durch andere Dachse während Paarung zu unterbinden.

Foto 10: hrw1973, Pixabay

Schmerz, Angst, Frustration, Aufregung, Spiel (gickern)
Hoher, relativ kurzer, abgehackter, klagender Laut, stark variabele Intensität. Häufigsten durch die Fähe (von Rüden zu Paarung gedrängt o. aufgrund von Schmerz, Angst,  während Paarung.
Junge Dachse wenn überhaupt, dann während einem aufregenden, sozialen Spiel.

Foto 11: PBarlowArt, Pixabay

Warnung, Verteidigung, Nahrungsverteidigung, Territorium, Verteidigung Junger (knurren)
Tief, laut, stetig ansteigend, ca.  Dauer 1,59 Sec. (längster Laut eines Dachses). I.d.R. als Warnung vor Reviereindringlingen, Nahrungsverteidigung o. in Gegenwart von Jungen. Dient  dazu, den Gegner zum Rückzug zu bewegen.

Foto 12: MonicaMaxWest, Pixabay

Inniger Kontakt (grunzen)
Tief, relativ kurz,  stumpf. Im Gegensatz zum erwachsenen Dachs, äußern diesen Laut junge Dachse manchmal wiederholt. Vor allem mit intensiven sozialen Aktivitäten, z.B. gegenseitige Fellpflege.

Foto 13: Beeki, Pixabay

Verteidigung, Einschüchterung (zischen, fauchen)
Stimmlos, scharf, katzenartiges Zischen, bzw. Fauchen. Einschüchternd wirkende Laut i.d.R. in Kombination mit "knurren"  als Warnungs- o.Verteidigungsäußerung. (Lautstärke hoch stellen !)

Foto 14: Beeki, Pixabay

Drohung, Angriff,  hohe Aggressivität (scharren, knurren)
Als Steigerung des Lautes "knurren", zeigt noch höheren Grad der Aggression.
Hauptsächlich bei Bedrohung/Angriff. Hat im Gegensatz zum "knurren", fast immer einen Angriff zur Folge.

Foto 15 PBarlowArt, Pixabay

Schreck, Überraschung (schnauben, schnaufen)
Tief, nasal, Luft ausstoßen bei offenen Fang. Nur bei Erschrecken, Überraschung. Häufig , wenn Dachs überfordert.

Meist gemeinsam mit Aufrichten des Rückenfells.  (Piloerektion).

Foto 16:PBarlowArt, Pixabay

Schmerzen, Angst (jaulen)
Hoch, abrupt-scharf ,  ähnelt wiederholtem Quietschen .
Bei Schmerz o.Angst vor Schmerz. Meist bei den Fähen vor + während Paarung, vor allem, wenn der Rüde hierbei den für Dachse obligatorischen Nackenbiss ausführt. Wirkt sich offenbar hemmend auf  aggressives Verhalten des Rüden während Kopulation aus. Auch, Anwesenheit eines männlichen Interessenten zu verkünden,  anzulocken. 

Foto 18: Greg70, Pixabay

Inniger Kontakt (Unterhaltung)
Verschieden Laut illustriert Vielfalt vokalen Repertoires =  "Dachsunterhaltung".

Meist im entspannten Miteinander im Familienverbund. Töne können unterschieden werden:

ca. 0,7 Sec:. Reihe von "Yelps",

gefolgt von ca. 1,8 Sec.:  "Churr" (Männchen)

ca. 2,6 sec.: weibliche "Chitters", "Keckers" danach ca. 3,5 sec.: "Clucks"

Aufzeichnung endet mit  "Chitters" ca. 6,2 + 7,3 Sec.

Foto 19: StefanHoffmann, Pixybay

PAARUNG

Ganzjährig, Höhepunkte Feb/Mär (direkt nach der Jungengeburt) und Jul/Aug.

Ein häufiges Verhalten zeigt sich während der Paarung, wenn die Männchen den Weibchen in den Nacken beißen.

Wegen einer speziellen Keimruhe dauert die eigentliche Tragezeit nur etwa 45 Tage.

Geburt: meist im Spätwinter, da sich die befruchtete Eizelle erst verzögert entwickelt. 

 

Dachsweibchen sind 4-6 Tage brünstig und können sich mit mehreren Männchen paaren, die um sie konkurrieren, besonders das dominante Männchen.

 

Während der Paarungszeit werden Dachse manchmal auch tagsüber aktiv, was sonst selten ist. 

 

Keimruhe: Eine Besonderheit ist die verzögerte Eientwicklung ("Keimruhe"), die die eigentliche Tragzeit auf etwa 45 Tage verkürzt.

NACHWUCHS

(1 x im Jahr)

TRAGZEIT: durchschnittlich 53 Tage

WELPENANZAHL: 2 - 4 

GEBURTSTERMINE: zwischen Januar und März,

AUSSEHEN: blind und taub, öffnen der Augen nach 30 - 37 T. , weiße Flaumfedern

SÄUGEN: 8 - 16 Wo

ERSTE ZÄHNE: mit 4 Wo.

WELPENAUFZUCHT:  Mutter bleibt fast nur im Bau, versorgt. Dachsfamilie unterstützt.

VERLASSEN DER HÖHLE: nach 6 - 8 Wo. gemeinsam mit Mutter

SELBSTÄNDIGKEIT: nach 5 - 8 Mon.

Ausgewachsen: mit ca. 1 - 2 Jahren

FEINDE

Wolf

Luchs

KRANKHEITEN

TOLLWUT

Seit 2008 gilt Deutschland nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) als frei von terrestrischer Tollwut. Damit stellt der Fuchs für den Menschen keine Gefahr mehr dar.

 

RÄUDE  (Scabies)

stark ansteckend

Durch Milben verursacht, kann tödlich enden. Über direkten Kontakt übertragen, kann sich in dichten Beständen schnell und weit verbreiten.

Parasitäre Hauterkrankung, die Säugetiere und Vögel befallen kann.

Unter wildlebenden Tieren  vor allem der Fuchs betroffen.

Verursacht wird die Räude von der Sarcoptesmilbe (Sarcoptes scabiei), deren Weibchen sich in die Oberhaut bohren und dort in Kanälen Kot und Eier ablegen. Infolgedessen entstehen heftig juckende Bläschen und Pusteln. Kratzt sich das befallene Tier, entstehen häufig Sekundärläsionen in Form von Kratzwunden; das Fell fällt aus, und im Finalstadium sind einzelne Körperteile bisweilen völlig nackt.

Unbehandelt führt die Krankheit bei Füchsen und anderen Hundeartigen oft zum Tode. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei bis sechs Wochen.

Sehr effektive und zuverlässige Behandlungsformen, die die Parasiten bereits nach einmaliger Anwendung abtöten: Mittel der Wahl sind dabei die Wirkstoffe Ivermectin und Selectamin, die entweder auf die Haut aufgetragen oder eingenommen werden können.

Übertragung auf den Menschen:

Räudemilben können sich in menschlicher Haut nicht weiterentwickeln und sterben ab. Eine Infektion mit der Räude (beispielsweise durch Kontakt mit infizierten Haustieren) ist daher nicht möglich. Allerdings kann Sarcoptes scabiei den Menschen befallen und eine kurzzeitige Erkrankung mit Juckreiz und kleinen Papeln auslösen. Diese sogenannte Pseudokrätze heilt auch ohne Behandlung nach wenigen Tagen ab.

Anzeichen

Die offenkundigsten Anzeichen sind häufiges und sehr intensives Kratzen sowie kahle Körperstellen, vornehmlich an Kopf, Hinterteil und Schwanz. Mit Räude infizierte Füchse verhalten sich überdies bisweilen untypisch - zielloses Umherwandern am Tag, begleitet von häufigem Kratzen und Bissen in das eigene Fell und vollständigem Ablegen jeglicher Menschenscheu sind Anzeichen für eine Infektion. Dazu kommen Abmagerung, Dehydrierung und Augenentzündungen.

Was kann man gegen Räude tun ?

Während Haustiere leicht gegen Räude zu behandeln sind, gestaltet sich das bei Füchsen etwas schwieriger. Wildtierhelfer setzen vor allem die Präparate Bravecto und Simparica in der Dosierung für kleine Hunde (5-8kg) ein. Dabei handelt es sich um große Kautabletten, die bereits bei einmaliger Anwendung effektiv gegen Räudemilben wirken und selbst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung meist zu einer vollständigen Genesung des Fuchses führen. Bravecto und Simparica eignen sich auch für säugende Füchsinnen und werden von ihnen gut vertragen.

 

FUCHSBANDWURM

Der Fuchs ist der Endwirt. Für ihn kaum schädlich.

Für den Zwischenwirt (Mäuse, Ratten) meist tödlich. 

Für den Mensch als Fehlzwischenwirt unbehandelt mit metastasenartigen Zerstörung lebenswichtiger Organe und endet nach zehn bis 15 Jahren mit dem Tod.

( laut Robert-Koch-Institut bestätigte Meldungen: demnach infizieren sich bundesweit im Jahr etwa 30 bis 50 Menschen an alveolärer Echinokokkose. Damit zählt sie zu den seltensten Parasitenerkrankungen Europas.)

Zur Einordnung: Sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren ist hierzulande ähnlich unwahrscheinlich, wie vom Blitz getroffen zu werden. In Deutschland dürften deutlich mehr Menschen durch Jagdwaffen zu Schaden kommen als durch den Fuchsbandwurm. Zudem können einfache Hygienemaßnahmen vor der Infektion schützen.

Übertragung: auf Füchse, Hunde u. Katzen erfolgt ausschließlich durch das Fressen von infizierten Zwischenwirten, also Mäusen. Endwirte des Fuchsbandwurms (etwa Hunde) können sich an anderen Endwirten (Füchsen) nicht mit Stadien des Fuchsbandwurms infizieren, die in ihnen zu adulten Würmern heranwachsen können. Sie werden daher durch Fuchskontakt nicht zu Ausscheidern.

Grundsätzlich kann der Fuchsbandwurm aber auch als Parasit bei Hunden und Katzen vorkommen - nämlich dann, wenn diese vom Fuchsbandwurm befallene Nagetiere fressen und sich dadurch infizieren. Hygiene im Umgang mit mäusefangenden Haustieren und eine regelmäßige Entwurmung ist daher in Gebieten, in denen der Fuchsbandwurm häufig ist, empfehlenswert.

Wie kann ich mich vor Echninokokkose schützen?

Zum Schutz vor der Infektion mit alveolärer Echinokokkose in Gegenden, in denen die Befallsrate von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm hoch ist, sollten einige einfache Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:

Tot aufgefundene Füchse nur mit Gummihandschuhen anfassen.

Nach dem Pilzesammeln und der Garten- oder Feldarbeit sollten die Hände gewaschen werden.

Beim Umgang mit Hunden und Katzen ist Hygiene der beste Infektionsschutz. Nach der Berührung des Fells in der Afterregion sollte man die Hände nicht ungewaschen zum Mund führen.

Zusätzlich können als weitere Vorsichtsmaßnahme frisch gepflückte Beeren, Waldfrüchte und Pilze vor dem Verzehr gut gewaschen oder auf über 60 Grad erhitzt werden, um Fuchsbandwurmeier abzutöten (einfrieren genügt nicht).

 

STAUPE

Verläuft meist tödlich. Die Krankheit kann auch Hunde befallen, in der Regel sind sie aber dagegen geimpft.

Eine Viruserkrankung, für Menschen nicht ansteckend, für Hauskatzen völlig ungefährlich und Hunde können dagegen geimpft werden.

 

Staupe-Viren zählen zur Familie der Paramyxoviren. Das Virus kommt weltweit vor und neben Hundeartigen (Hunden, Wölfen, Coyoten, Füchsen) können durch eng verwandte Varianten des Virenstamms auch Musteliden/Marderverwandte (Marder, Dachse, Otter, Stinktiere, Vielfraße, Frettchen, Iltisse, Nerze, Wiesel), Procynoiden (z. B. Waschbären und Pandas), Großkatzen (Löwen, Tiger, Panther, Leoparden) sowie Robben betroffen sein. Hauskatzen (oder die in Deutschland selten vorkommenden Wildkatzen) erkranken an dem Virus jedoch nicht. Obwohl Staupe eng mit dem Masern-Virus verwandt ist, können Menschen nicht an Staupe erkranken.

 

Das Staupe-Virus ist prinzipiell hochansteckend. Es kann durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, durch Tröpfcheninfektion ( Luft, z. B. Niesen, Husten) oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie z. B. Speichel, Schleim, Tränenflüssigkeit, Blut, Erbrochenem, Urin, Kot, oder anderen Körpersekreten übertragen werden. Auch über mit derartigen Körpersekreten kontaminierte Objekte kann theoretisch eine Ansteckung stattfinden. Das könnte z. B. ein Futter- oder Wassernapf sein, der draußen steht und gemeinsam von Wild- und Haustieren genutzt wird. Allerdings ist das Staupe-Virus in der Umwelt nur sehr kurzlebig, was das Risiko einer Ansteckung wiederum stark reduziert. In der Natur überlebt das Virus in warmem Klima nur 20 bis 180 Minuten und ist generell sehr empfindlich gegenüber Wärme, Austrocknen, Sonnenlicht, Seife und Desinfektionsmitteln. Lediglich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter kann das Virus in der freien Umgebung mehrere Wochen überleben.

 

Es gibt unterschiedliche Staupe-Virenstämme, die bei Wildtieren vorkommen, die nicht immer auch auf Hunde übertragbar sind.

Trifft allerdings das Staupe-Virus auf ein Tier, welches für die Erkrankung empfänglich ist, dann ist das durchaus gefährlich für dieses Tier und führt häufig zum Tod.

Ein infiziertes Tier ist etwa 8 Tage nach der Infektion ansteckend, obwohl es selbst ggf. noch keinerlei Symptome zeigt.

SYMPTOME

Zeigen sich langsam, äußerst vielfältig, unspezifisch. Krankheitsverläufe sind sehr unterschiedlich, letztendlich leider häufig fatal.

Kann in verschiedenen Phasen auftreten, befällt das Lymphsystem, Haut und Pfotenballen, die Augen, den Magendarmtrakt, die Atemwege sowie andere Organe und schließlich das Gehirn.
Symptome können sein: (eitriger) Ausfluss aus Augen, Nase, Entzündungen am / im Auge, Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Zahnschmelzabbau, verhärtete bzw. verhornte Pfotenballen / Nase, Husten, Schnupfen, schwere Atmung, Lungenentzündung, ungepflegtes Fell, offene, nässende Wunden auf der Haut, schlechter Allgemeinzustand, Dehydration, Lethargie, Zuckungen, Zittern, Krampfanfälle, Ruhelosigkeit, Überempfindlichkeit (z. B. gegenüber Berührungen, Geräuschen), motorische Störungen, Lähmungen, Desorientiertheit, zielloses Umherwandern (auch tagsüber), Verlust von Angst/Scheu.


Viele der Symptome ähneln den Symptomen von Tollwut. 

Je nach Immunstatus des betroffenen Tieres und des Virenstamms können zeitweise auch gar keine Symptome oder alle Symptome gleichzeitig auftreten. Nur mit Labordiagnostik sicher zu diagnostizieren. Anhand der Symptome kann allenfalls ein Verdacht auf Staupe geäußert werden. Der zweifelsfreie Nachweis von Staupe beim lebenden Tier ist schwierig. 

 

Wenn es zu einer Staupe-Infektion und zum nachweislichen Ausbruch der Staupe kommt, fällt die Prognose leider meist schlecht aus. Sobald ein Tier Symptome wie z. B. eine Infektion des Magendarm-Traktes oder der Atemwege zeigt, ist eine vollständige Heilung unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.

 

Eine Behandlung wird im Wesentlichen symptomatisch durchgeführt. Letztendlich muss das Immunsystem das Virus selbstständig bekämpfen. Es gibt Fälle, in denen bei Hunden eine unterstützende Behandlung erfolgreich sein kann. Die Behandlung ist aber komplex und aufwändig. Sie erfordert eine intensive stationäre Behandlung unter strengen Hygienemaßnahmen. Eine solche Behandlung ist einem scheuen Wildtier nicht zumutbar und daher i.d.R. nur für Haustiere anwendbar. Trotzdem gibt es auch dann keine Garantie für einen Erfolg der Behandlung.

 

Quellen: www.fuechse.info; www.fuchs-hilfe.de