Allgemeines
Merkmale
Sinnesorgane
Nahrung / Vorratshaltung
Lebensweise / Verhalten
Fuchsbau
Lautäußerungen
Paarung
Nachwuchs
Feinde
Krankheiten
ALTER
bis 3 Jahre
Nur jedes vierte bis fünfte Eichhörnchen überlebt die ersten Wochen. Erreichen eines ein Alter von etwa sechs Monaten, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei ungefähr drei Jahren. In seltenen Ausnahmen können wildlebende Tiere ein Alter von sieben Jahren erreichen,
GEWICHT
200 - 480 g
GRÖSSE
Länge bis 40 - 45 cm (Schwanz Länge bis 22 cm)
SCHNELLIGKEIT
im Sprint bis 25 km/h
SPRÜNGE
aus dem Stand: Höhe bis 300 cm / Weite bis 9 m
REVIERGRÖSSE
Als Einzelgänger besetzen Eichhörnchen Reviere von bis zu 5 Hektar.
Streifgebiete sind in der Größe sehr variabel, je nach Lebensraum und Futterangebot. Im Winter sind sie kleiner, im Sommer können sie einige Hektar umfassen.
Je ausgiebiger das Nahrungsangebot, desto kleiner fallen die Reviere aus und Artgenossen werden eher geduldet
Beine: Hinterbeine kräftig mit scharfen Krallen (für den Halt Klettern kopfabwärts)
Schnauze: lange Tasthaare
Ohren: stehend, Haarpinsel, im Winter stärker ausgeprägt (Pinselohren)
Geruchssinn: stark ausgeprägt (Nüsse im Boden bis 30 cm zu riechen)
Augen: schwarz, seitlich am Kopf.
Körper: schlank und leicht
Bauch: hell
Zähne: nachwachsende Nagezähne, dienen dazu, Nüsse zu knacken und die schmackhaften Samen aus Baumzapfen zu lösen.
Fell: variiert von fuchsrot - braunschwarz
Schwanz: buschig, behaart, für ein Leben auf Bäumen. Fungiert als Balance-, Steuer- und Ruderhilfe.
Aufgaben in der Kommunikation mit Artgenossen und bei der Thermoregulation, denn er kann ein zusammengerollt liegendes Hörnchen komplett bedecken.
Beine: lange bewegliche Greifzehen an Vorder - u. Hinterpfoten mit gebogenen Krallen, Hinterbeine deutlich muskulöser, länger als die vorderen Gliedmaßen, sodass selbst weite und schnelle Sprünge kein Problem darstellen.
Zusätzliche Behaarung an den Pfoten
Fell: variiert stark, immer weiß gefärbter Bauch, Fellfarbe von hellem Fuchsrot bis zu Schwarz.
Das Zwischenstadium weist einen schokoladenbraunen Rücken auf, der über Fuchsrot in den weißen Bauch übergeht.
Schwarzes Fell (höhere Lagen mit viel Nadelwald) ist länger, dichter und isoliert besser. Laubwäldern des Flachlandes: eher rötlich
Je nach Region, Lebensraum, Jahreszeit stark variabel:
Hellrot - fast schwarz
Rot
Rot-Grau
Braun-Grau
Braun
Dunkelbraun
Schwarz
Selten: Weiß (Albinismus), Schwarz-Weiß (Leuizismus)
OHREN
Exzellentes Gehör hilft, Feinde wie Greifvögel oder Marder frühzeitig zu erkennen
NASE:
Geruchssinn sehr fein, um auch tief vergrabene Nüsse zu finden
AUGEN
Große Augen ermöglichen einen weiten Blickwinkel (über 300 Grad) und gute räumliche Wahrnehmung, wichtig für das Springen.
Tasthaare (Vibrissen)
An vielen Körperstellen (Schnauze, Augen, Beine, Bauch) geben sie Informationen über Hindernisse und Abstände, besonders nachts.
Schwanz
Dient als Balancierhilfe beim Klettern und Springen und als Kommunikationsmittel.
Pfoten und Krallen: Lange, bewegliche Zehen mit scharfen Krallen ermöglichen sicheres Klettern.
Zähne
Nagezähne mit hartem Schmelz vorn und weicherem Zahnbein hinten ermöglichen das Knacken von Nüssen.
Gedächtnis
äußerst gut
Nadel- und Mischwälder mit dichtem Kronenschluss. sind ein günstigerer Lebensraum als Laubwälder, deren zu Boden fallende Früchte auch andere Tiere nutzen. Hoch in Nadelbäumen hängende Zapfen müssen mit weniger Nahrungskonkurrenten geteilt werden.
Ein Rückzugsort und ein möglichst großes Nahrungsangebot – mehr braucht es nicht, um die anpassungsfähigen Nager zum Bleiben zu bewegen.
Eine zwingende Voraussetzung für die Ansiedlung der Tiere ist jedoch das Vorhandensein von Baumsamen. Daher kommt es auch in erster Linie weniger auf die Zusammensetzung eines Waldes, sondern viel mehr auf das Alter der einzelnen Bäume an. Denn die Produktion von Baumsamen, die den Nagern als Hauptnahrungsquelle dienen, setzt je nach Baumart erst ab einem Mindestalter von zehn Jahren ein.
Baumfrüchte, Samen und Kerne, Triebe, Knospen/Blätter, Kleinvögel /Vogeleier, Pilze
Vorliebe für
Samen (vor allem Fichten/ Kiefernzapfen, auch Buche, Eiche, Ahorn, Kastanie)
Früchte (Sonnenblumenkerne, Kastanien, Bucheckern)
Nüsse (Haselnüsse, Eicheln, Walnüsse)
Pilze
je nach Jahreszeit/ Verfügbarkeit
auch tierische Kost (Insekten, Vogeleier, teilweise Jungvögel)
Nahrungknappheit (Blüten, Wurzelwerk, Knospen, Rinde)
Sie halten nicht - wie häufig vermutet - Winterschlaf, sondern lediglich eine Winterruhe und fressen sich auch kaum Winterspeck an. Von Zeit zu Zeit erwachen die Tiere und bedienen sich dann ihrer Futtervorräte, die sie entweder in Baumhöhlen gehortet, in den Ritzen alter Bäume versteckt oder im Boden vergraben haben.
Mit dem Verstecken tragen Eichhörnchen zur Verbreitung von Baum- und Straucharten bei.
Variationen von heimischem Obst, Karotten, Gurken, Rosinen, Sonnenblumenkernen, Bucheckern oder Samen aus Zapfen bilden ein vielfältiges Nahrungsangebot.
Leben als Einzelgänger.
Zur Paarungszeit und im Winter zum Wärmen schlafen sie gemeinsam in einem Kobel.
Tagaktiv, halten keinen Winterschlaf.
Im Sommer sind sie frühmorgens und nachmittags mit einer zwischengeschalteten mittäglichen Siesta unterwegs.
Im Herbst wird ganztags Nahrung gesammelt.
Im kalten Winter sind sie je nach Wetter nur wenige Stunden aktiv.
Der Kobel: Das vielseitige Nest der Eichhörnchen
Diese gepolsterten Reisigkugeln haben 15 Zentimeter Innenraumdurchmesser. Einzelkobel beherbergen nur einen Benutzer, sogenannte Wurfkobel die Mutter samt Nachwuchs
Den Großteil ihres Lebens verbringen die tagaktiven Nagetiere hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Dort richten Sie sich ihren sogenannten Kobel ein. So nennt man die etwa 25 bis 45 Zentimeter großen kugelförmigen Nester, die das Eichhörnchen mit größter Sorgfalt aus Ästen, Nadeln und Laub zusammenknüpft.
Im Inneren ist es zusätzlich mit Blättern, Moosen, Gras und Vogelfedern abgedichtet und ausgepolstert.
Das Grundgerüst des Kobels bilden vom Hauptstamm abgehende Äste oder Astgabeln hoher Bäume.
Auch Baumhöhlen werden gerne zur "Eichhörnchenwohnung" umfunktioniert. Die Nester dienen als Rückzugsort, Schlafplatz während der Winterruhe, Geburtsort der Jungen und zum Schutz vor schlechter Witterung und Kälte.
Neben ihrem Hauptkobel errichten die Baumbewohner sich noch weitere Neben- bzw. Ausweichkobel, die sie auf vielfältige Weise nutzen – sei es zur Nahrungsaufnahme oder als Fluchtort bei Parasitenbefall oder drohender Gefahr.
In der Regel verfügen die Nester über zwei Zugänge, um möglichst schnell vor ungebetenen Gästen fliehen zu können.
Nur zur Paarungszeit und auf der Suche nach Nahrung verlassen Eichhörnchen ihre gewohnte Umgebung.
Zur Nachtruhe und zu regelmäßigen Mittagspausen ziehen sich die Hörnchen in Baumhöhlen und Kobel zurück.
Quietschen, Klicken, Gurren, tiefe Belllaute, je nach Situation (Paarung, Gefahr, Territorialverhalten) variabel.
Quietschen (Hohe Schreie)
bei Aufregung, Warnung vor Feinden, wenn ein Artgenosse zu nahekommt, von Jungtieren bei spielerischen Rangeleien.
Klicken & Quietschen:
Allgemeines Kommunizieren, auch "Geplapper" genannt
Tiefe Belllaute (Guttural):
Reviersicherung oder Teil des Balzrituals
"Wuck-Wuck"-Geräusche:
Werden von Männchen in der Paarungszeit geäußert, um Weibchen zu beruhigen, ähnlich einem Imitieren von Jungtieren.
"Tschuk-Tschuk"-Laute:
Schimpfen oder Meckern, wenn sie verärgert oder gestört sind, oft gegenüber Menschen.
Gurren:
Ein zufriedenes Geräusch, wenn Eichhörnchen fressen oder sich wohlfühlen.
Hohe Klagetöne:
Sehr selten, ein Zeichen großer Aufregung, wenn etwas Schlimmes passiert ist.
Zusätzliche Kommunikation:
Stampfen & Trampeln:
Lautes Stampfen signalisiert „Geh weg!“ und dient dazu, bedrohlich zu wirken.
Schwanzbewegungen:
Ein wichtiger Teil der Körpersprache, oft kombiniert mit Lauten.
Fuchsbellen
Dezember - Juli finden sich die Tiere mehrmals zur Paarung zusammen.
Nach langem und nahrungsarmen Winter kann die Paarung zu Beginn des Jahres entfallen.
Erste Annäherungsversuche bereits ab Ende Dezember.
Es kommt zu wilden Verfolgungsjagden, an denen meist mehrere Männchen und ein Weibchen beteiligt sind. Während dieser 'Paarungsjagd' offenbaren die Hörnchen ihre akrobatischen Fähigkeiten: Mühelos springen sie über weite Distanzen von Ast zu Ast, laufen geschickt kopfüber die Baumstämme hinunter, um im nächsten Moment flink zurück nach oben zu klettern. Am Ende dieser eindrucksvollen Darbietung entscheidet sich das Weibchen für ihren Favoriten.
(2 x im Jahr: Mrz/Apr und Jul/Aug)
TRAGZEIT: ca. 38 Tage
WELPENANZAHL: 2 - 5, ca. 10 g, Geburt in der Sicherheit des Kobels
GEBURTSTERMINE: zwischen Mitte Februar und Mitte Mai, die meisten im März /April.
AUSSEHEN: blind, taub, nackt. Öffnen der Augen nach ca. 4 Wo. / Gehör ca. 6 Wo.
SÄUGEN: 6 - 9 Wo
ERSTE ZÄHNE: mit ca. 6 Wo.
ERSTES FELL: ca. 8 Tage
WELPENAUFZUCHT: Mutter um die Aufzucht und Pflege der Jungtiere. kümmert sich die Das Männchen kehrt hin- und wieder zurück, wird jedoch bei Annäherungsversuchen vertrieben.
VERLASSEN DER HÖHLE: nach 6 - 8 Wo.
SELBSTÄNDIGKEIT: 8 - 12 Wo (noch unter Schutz der Mutter). Droht Gefahr, reagiert die Mutter blitzschnell und bringt das gefährdete Junge in den Kobel zurück.
Komplette Selbständigkeit: 12 -13 Wo.
Ausgewachsen: mit ca. 3 Mon. (Geschlechtsreif ca. 8 - 10 Mon.)
Die ersten Monate sind für die Jungtiere besonders gefährlich. Noch sind sie unerfahren und leichte Beute für ihre Fressfeinde wie Wiesel, Greifvögel, Baummarder und Hauskatzen.
FEINDE
Baummarder Hauskatzen Habicht
KRANKHEITENl
Eichhörnchen übertragen keine Tollwut
Ektoparasiten:
Flöhe, Milben, Läuse, Haarlinge können bei massivem Befall lebensbedrohlich sein.
Endoparasiten:
Würmer (führen zu Abmagerung, Durchfall) und Kokzidien (häufig bei Durchfall) sind verbreitet
Adenoviren (SqAdV-1):
Verursachen in Deutschland vermehrt Sterblichkeit, oft in Verbindung mit Durchfall und Dehydrierung, besonders bei Jungtieren
Pockenvirus (Squirrelpox):
Führt zu nässenden, warzenähnlichen Geschwüren an Ohren und Gliedmaßen; hoch ansteckend unter Eichhörnchen
Myiasis:
Fliegeneier legen sich in warmen Monaten auf geschwächte Tiere, Maden bohren sich in Wunden.
HANDLUNGSEMPFEHLUNG
Bei Verdacht auf Adenoviren oder Pocken ist sofortige Meldung wichtig, um Verbreitung zu verhindern und Behandlung einzuleiten