Die Fledermaus

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Foto 2:  darkday., CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Foto 3:  darkday., CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons/

Foto 4: Kim, Hyun-tae, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

 Merkmale

Sinnesorgane

Nahrung / Vorratshaltung

Lebensweise / Verhalten

Fledermaushöhle

Lautäußerungen

Paarung

Nachwuchs

Arten

Feinde

Krankheiten

Fledermaus in der Wohnung

ALLGEMEINES

einzige aktiv fliegende Säugetiere auf der Welt

Seit 50 Mio Jahren in Deutschland

 Alle Fledermausarten sind auf der roten Liste 

 

ALTER

20 - 30 Jahre

GEWICHT

ca. 3 - 40 g

GRÖSSE

29 mm - 14  cm

REVIERGRÖSSE

20 - 100 ha (je Art)

FORTBEWEGUNG

SCHNELLIGKEIT

 bis 50 km/h in völliger Dunkelheit

FLIEGEN / FANGEN

Die elastische Flughaut zwischen verlängerten Fingern, Armen und Beinen bildet die Flügel. Sie können sehr geschickte Manöver fliegen und auch als Kescher (Schwanzflughaut oder einem Flügel) nutzen.

KLETTERN / HANGELN

In die Flughaut eingebundener Daumen zum Festhalten festhalten, hangeln und krabbeln an Oberflächen

LAUFEN

Sie können auch schnell am Boden laufen, wenn nötig.

SCHWIMMEN

Nur Wasserfledermäuse: können sich schwimmend über Wasser bewegen, um Insekten zu fangen. 

ECHOORTUNG (Orientierung beim Fliegen)

Stoßen Ultraschallrufe aus und interpretieren das Echo, um Hindernisse und Beute in der Dunkelheit zu lokalisieren.

Merkmale

FLÜGEL

Flughaut: vier Finger, die die Flughaut aufspannen. Der Daumen ragt über die Flughaut hinaus, besitzt eine Kralle und dient der Fledermaus als Halt beim Klettern. Die Flughaut spannt sich von den Schultern über die Arme und Fingerspitzen bis zu den Beinen und dem Schwanz.

Schnauze: kurz, breit

Ohren: groß, stehend, fast dreieckig

Geruchssinn: gut bis hervorragend

Augen: klein, schwarz, keine Wimpern

Nase: speziell, Hufeisenform 

KÖRPER

klein, kräftigr Brustkorb für Herz + Lunge, um den Flug zu unterstützen.  Rückenseite oft dunkler als Bauchseite.

Oberseite glänzend. Unterseite eher gelbbraun gefärbt, matt.

Fell: behaart

BEINE

Kurz, nach hinten gedreht, haben fünf Zehen mit scharfen Krallen und ermöglichen es ihnen, kopfüber zu hängen, zu klettern und sich festzuhalten, wobei eine spezielle Sehnenautomatik die Krallen im Schlaf geschlossen hält, ohne dass sie herunterfallen.  Hinterbeine sind auch Teil der Flughaut, die sich bis zu den Beinen erstreckt.

Ob an Steinen oder Holz, überall können sie sich mit Hilfe ihrer kleinen Zehenkrallen festhalten.

HINTERBEINE

(nach hinten gedreht) haben fünf Zehen mit Krallen. Damit können sie kopfüber von einem Ast / Felsen, wenn sie ruhen oder Winterschlaf halten, hängen.  Ihre Krallenfüße haben an ihren Sehnen eine besondere „Schließ-Automatik“! So können die Tiere im Schlaf nicht herunterfallen.

Zöhne:

34 kleine spitze Eckzähne, um Insektenpanzer zu knacken. Ausgeprägtes Gebiss.

KOPFÜBER HÄNGEN

Beim Hängen ist der Kopf nach unten gedreht, um schnell zu starten. Es bedarf einiger Anpassungen, um über längere Zeiträume kopfüber zu hängen: die Sehnen der Zehen rasten über Sehnensperren so ein, dass es keinerlei Muskelkraft bedarf, kopfüber zu hängen. Weshalb sie das tun? In luftiger Höhe sind sie vor Fressfeinden geschützt und konkurrieren mit keinem anderen Tier um einen Schlafplatz.

SINNESORGANE

 Echo-Ortung: Ultraschall + Orientierung, Jagd in der Dunkelheit

 

HÖRSINN

(wichtigster Sinn). Sie setzen Echoortung ein, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden. Sie können Töne bis zu 200.000 Hertz wahrnehmen. Für unser menschliches Ohr sind sie zu hoch, um sie zu hören. (Menschen bis zu 20.000 Hertz) . Fledermäuse können aber auch tiefe Töne sehr gut hören.

 

ECHO-TRICK

Fledermäuse rufen in ganz hohen Tönen, die wir Menschen nicht hören können. Das nennt man Ultraschall. Treffen diese Ultraschalltöne auf Gegenstände oder Beutetiere, werden sie als Echo zur Fledermaus zurückgeschallt.

Mit ihren riesigen Ohren kann sie dann genau hören, von wem oder was das Echo kommt: einer Mauer, einem Menschen oder einem leckeren Insekt.

ECHOORTUNG

Um nachts zu navigieren, geben Fledermäuse bis zu 200 Mal in der Sekunde Ultraschalllaute von sich. Die Schallwellen, die dadurch entstehen, werden zurückgeworfen – zum Beispiel von Insekten oder Hauswänden. So weiß die Fledermaus ganz genau, wo sie sich befindet und, wo sich ihre Beute aufhält.

NOCH BESSER

Am Echo kann eine Fledermaus im Dunkeln feststellen, wo genau ein Gegenstand oder ein Tier sind, wie weit weg sie sich befinden und wie sie geformt sind. Sie kann sogar erkennen, wie schnell sich ein Beutetier bewegt und in welche Richtung es fliegt. Und das alles in den Bruchteilen einer Sekunde!

MAGNETSINN

 Sie können das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und sich beim Fliegen daran orientieren.

SEHSINN

Sie können nicht gut sehen und verlassen sich auf die Echoortung, aber blind sind sie nicht.

POLARISIERTES LICHT

Sie gehören zu den wenigen Tieren, die polarisiertes Licht sehen können.

SONNENKOMPASS

Obwohl die meisten Fledermausarten nachtaktiv sind, orientieren sie sich auch am Sonnenuntergang. Er hilft ihnen, ihre Position und ihre Flugrichtung zu bestimmen. Forscher sprechen daher von einem Sonnenkompass. An bewölkten Tagen funktioniert er natürlich nicht.

Nahrung

(Bis zu 33 % des eigenen Körpergewichts täglich pro Nacht)

 

Insekten, andere Gliedertiere wie Spinnen, Weberknechte, Fliegen, Stechmücken, Fruchtfliegen, Käfer, Wespen, Stinkwanzen, Hundertfüßer. 

 

Mit ihren nadelspitzen Eckzähnen durchbrechen Fledermäuse spielend leicht die Panzer von Insekten. Viele Fledermausarten erbeuten ihre Nahrung im Flug, einige keschern sie jedoch regelrecht von der Vegetation ab. 

 

VORRATSHALTUNG

Damit sie gut über die Zeit kommen, legen sie im Herbst Fettvorräte an – wie Bären.

Lebensweise

Tagsüber schlafen sie in Höhlen, Felsspalten, Bäumen, Dachböden, Ruinen und anderen geschützte Orten. Nachts gehen sie auf die Jagd nach Insekten. Die meisten Arten sind sehr sozial und bilden große Kolonien. Es gibt aber auch Arten die eher einzelgängerisch leben – zum Beispiel der Kleine und Große Abendsegler sowie die Rauhautfledermaus.

 

In Wohngebieten

Garagen, Schuppen, Dachböden. Sie sind in der Regel sehr umsichtig und verursachen keine Schäden; sie nutzen Spalten und Hohlräume in Gebäuden, ohne diese zu beschädigen: Die Tiere gehen sehr vorsichtig vor und suchen sich Orte, die ihnen Schutz bieten, ohne aktiv Materialien zu zerstören.

Wer ihnen helfen möchte, kann Fledermauskästen aufhängen oder sicherstellen, dass es genügend Einflugmöglichkeiten gibt.

 

VERHALTEN

Sie halten 5 Mon. Winterschlaf (Anfang Nov - Ende Mär).

Ihre Atmung verlangsamen sie bis zum 40-Fachen.

Schließlich gibt es im Winter keine Insekten und so macht es Sinn, die kalte und nahrungsarme Jahreszeit einfach zu verschlafen. Während des Winterschlafs zehren sie davon. Um so wenig Energie wie möglich verbrauchen, kuscheln sie sich in ihren Höhlen eng aneinander.

 

WINTER

🌡 Können im Winterschlaf ihre Körpertemperatur auf nur drei Grad Celsius abkühlen und im Sommer im Flug auf bis zu 40 Grad erhöhen.

 

🌡 Wenn die Umgebungstemperatur drastisch unter die Schlaftemperatur des Körpers sinkt, müssen Fledermäuse auf Kosten ihrer Fettreserven nachhelfen. Während des Winters verlieren sie dadurch bis zu 30 Prozent ihres Gewichts. Wenn Fledermäuse durch Störungen aus ihrem Winterschlaf geweckt werden, brauchen sie 30 bis 60 Minuten und sehr viel Energie, bis sie ihre „Betriebstemperatur“ erreicht haben – auch hierfür werden ihre mühsam angefressenen Fettpolster verbraucht. Schrecken Fledermäuse also zu oft aus ihrem Winterschlaf auf, reichen möglicherweise ihre Reserven nicht mehr bis zum Frühjahr, sodass sie sterben.

 

🌡 Bei welcher Temperatur fliegen Fledermäuse nicht mehr?

Fledermäuse fliegen in der Regel nicht mehr, wenn die Temperaturen unter 8 bis 10 Grad Celsius fallen. Denn bei diesen Temperaturen finden sie kaum noch Insekten, die ihre Hauptnahrungsquelle sind, und daher halten sie Winterschlaf, wenn das Wetter zu kalt ist. 

 

Im April werden Fledermäuse wieder aktiver und sie suchen ihre Sommerquartiere. Je nach Art fliegen sie dorthin 200 bis 1.500 Kilometer – die Langohrfledermaus zieht im Gegensatz dazu nur vom Keller in den Dachboden

FLEDERMAUSHÖHLE

Hauptsache versteckt und in Sicherheit lautet das Motto der Fledermaus.

 

Jede Art bevorzugt dabei ihre eigene Art von Tagesquartier:

eine aufgegebene Spechthöhle, eine Rindenspalte, eine Felsnische oder auch menschgemachte Behausungen wie Schlupflöcher hinter Fassaden, Dachböden.

Als Winterquartier werden meist Höhlen und Stollen genutzt – Hauptsache sie sind frostfrei.

 

In ihrem Versteck schlafen Fledermäuse kopfüber. Sie krallen sich mit ihren Füßen an der Decke fest. Beim Schlafen schlagen Fledermäuse ihre Flügel um sich, wie eine Bettdecke.

Lautäußerungen

Für Menschen unhörbare Ultraschall-Laute zur Echoortung und niedriger Sozialrufe zur Kommunikation untereinander.

Diese Ultraschallrufe sind extrem laut (bis über 120 dB), während die sozialen Rufe unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegen und als leises Quietschen, Zwitschern oder „Flüstern“ wahrnehmbar sind, besonders bei Arten wie dem Braunen Langohr.

 

Zwergfledermaus: Klingt oft wie ein helles „Klackern“ oder „Zwitschern“.

Braunes Langohr: Bekannt für leise „Flüsterrufe“.

Abendsegler: Können in der Paarungszeit laut schnatternd oder quietschend zu hören sein

Fledermaus-Geräusch

Fledermaus-Geräusch

Fledermaus-Geräusch

PAARUNG

1 x jährlich 1 Junges

 

Fledermäuse paaren sich ab Mitte August. Im Winter (Nov bis Mär) leben Männchen und Weibchen in Höhlen oder Stollen zusammen und halten Winterschlaf.  Manchmal wecken männliche Fledermäuse die Weibchen aber auch extra aus ihrem Winterschlaf. Die Befruchtung der Eizelle findet in jedem Fall erst nach Ende des Winterschlafs bei günstigerer Witterung statt

 

Die Körpertemperatur sinkt und die Schwangerschaft wird unterbrochen.

Wenn im Frühjahr der Winterschlaf vorbei ist, suchen die Fledermausweibchen ihre Sommerquartiere auf und setzen dort ihre Schwangerschaft fort.

Die Männchen verbringen die Zeit in anderen Quartieren.

 

obald die Nahrungssituation und das Wetter im Frühjahr günstig sind, kommt es zum Eisprung und der Befruchtung.

NACHWUCHS

(1 x im Jahr)

sogenannte Wochenstuben, hier werden die Jungen großgezogen, teilweise sind sie als Liebesnester der Ort der Paarung, 

TRAGZEIT: 50 - 70Tage

ANZAHL: meist 1, (2 g)

GEBURTSTERMINE: Nach ca. 50 Tagen, meist Mai - Jun

AUSSEHEN: winzig, Walnussgroß, nackt, kaum behaart,

können sich aber sofort nach der Geburt mit Krallen festhalten und hängen meist kopfüber, während die Mutter sie mit der Schwanzflughaut auffängt

ÖFFNEN DER AUGEN

nach wenigen Tagen

SÄUGEN: bis 4 - 5  Wo

ERSTE ZÄHNE:

kommen mit Milchzähnen (ohne Widerhaken) zur Welt, bleibendes Gebiss mit 4 Wochen

AUFZUCHT: 

Fledermausmütter ziehen gemeinsam ihren Nachwuchs groß.

Die Jungtiere werden von ihren Müttern wenige Tage nach der Geburt in einer Höhle zurückgelassen, während sie auf der Jagd sind.

Die Fledermauskinder warten eng aneinander gekuschelt auf die Rückkehr ihrer Mütter.

Die kleinen Flatterwesen werden von ihren Müttern kopfüber gestillt. 

VERLASSEN DER HÖHLE: nach 8 Wo.

SELBSTÄNDIGKEIT: mit 8 Wo. unter Anlernung zum Jagen durch Mutter

Fledermäuse wachsen sehr schnell heran, um mit den Fettreserven aus dem Sommer in den Winterschlaf starten zu können.

Ausgewachsen: Mai - Anfang Aug

Die Fledermausmänner verbringen diese Zeit meistens allein oder in Männchenkolonien.

ARTEN

BRD 25 verschiedene Arten

 

Großes Mausohr

Deutschlands größte Fledermausart, das Große Mausohr (Myotis myotis) hat eine Flügelspannweite von bis zu 43 Zentimetern. Sie ist nicht gefährdet und jagt bevorzugt in lichten Buchen-Hallenwäldern. Ihre Lieblingsspeise, die Laufkäfer, erbeutet sie, indem sie direkt auf dem Waldboden landet und die Käfer hier fängt.

Der Große Abendsegler

Der Große Abendsegler ist eine der größten Fledermausarten Deutschlands. Er hat eine Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern. Das ist fast dreimal so lang wie dein Handy. Große Abendsegler jagen in bis zu 1.000 Meter Höhe über dem Boden nach Insektenschwärmen und sind bis zu 50 Stundenkilometern schnell.

 

Die Bechsteinfledermaus

FEINDE

Hauskatzen, Marder, Greifvögel, Eulen, Falken, Katzen, Marder, Waschbären und Schlangen, Mensch (Lebensraumzerstörung)

 

Parasiten, Bakterien, Viren (können tödlich sein)

 

Pestizide (weniger Nahrung, vergiftet)

 

Lärm, Lichtverschmutzung, Autos, Glasfassaden, Windkraftanlagen 

KRANKHEITEN

TOLLWUT

Fledermäuse können Tollwut übertragen

 

Der Kot von Fledermäusen ist nicht giftig, kann aber Pilze und Bakterien enthalten. Sie können beim Einatmen schwere Krankheiten bei uns Menschen auslösen.

Eine Kotkugel hat die Form und Größe eines Reiskorns. Sie ist geruchslos, sehr trocken und glänzt aufgrund der unverdauten, schimmernden Insektenflügel.

Der Kot kann zusammengekehrt und mit Schutzhandschuhen angefasst werden. Bitte keinen Staubsauger verwenden – er bläst die Pilze und Bakterien in die Atemluft!

Wer größere Mengen Kot auf Fensterbänken, am Dachboden oder Schuppen findet, wendet sich am besten an den NABU.

 

FLEDERMAUS IN DER WOHNUNG

 

Auf der Suche nach einem neuen Unterschlupf verirren sich Fledermäuse manchmal in Wohnungen. Was kann man tun?

Zuerst einmal: Ruhe bewahren. Fenster öffnen und alle Lichter ausschalten. Für gewöhnlich verlassen sie die Wohnung von selbst wieder.

Wichtig: Wenn alle draußen sind (auch hinter Vorhängen, in Vasen, hinter Möbeln und Bilderrahmen nachsehen) am besten die Fenster für einige Tage geschlossen halten. Ansonsten: einen Fachmann rufen.

 

Prinzipiell sind Fledermäuse nicht angriffslustig, solange sie nicht bedroht werden.

Auch sonst geht von europäischen Fledermäusen keine große Bedrohung für Menschen aus: Der Großteil der Parasiten und Erreger, die sie verbreiten, sind harmlos oder nicht auf Menschen übertragbar.

Vorsicht ist dennoch geboten: Fledermäuse können mit Tollwut infiziert sein.

Die Krankheit überträgt sich durch Bisse, daher sollten beim direkten Kontakt – zum Beispiel in Notfällen – bissfeste Handschuhe getragen werden.

Eine Übertragung auf tierische Mitbewohner wie Katzen und Hunde konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Fledermäuse beißen also nicht grundlos zu, nur in äußersten Gefahrensituationen.