Foto 1: Silar, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Allgemeines
Merkmale
Sinnesorgane
Nahrung / Vorratshaltung
Lebensweise / Verhalten
Fuchsbau
Lautäußerungen
Paarung
Nachwuchs
Feinde
Krankheiten
ALTER
bis zu 15 Jahre
GEWICHT
ausgewachsen ca. 6 kg (5-8 kg)
GRÖSSE
Höhe bis 50 cm / Länge bis 80 cm
SCHNELLIGKEIT
im Sprint bis 50 km/h
SPRÜNGE
aus dem Stand: Höhe bis 180 cm / Weite bis 5 m
REVIERGRÖSSE
10 - 20 ha
Beine: verhältnismäßig kurz
Schnauze: schmal
Ohren: stehend, spitz , in fast alle Richtungen drehbar (Geräusche sehr gut lokalisierbar), Rückseite schwarz.
Geruchssinn: 400 x besser als der des Menschen.
Augen: an die Dämmerung und die Nacht angepasst,kann auch im Dunkeln sehen.
Körper: schlank und leicht.
Fell: dicht, rotbraun - orange (im Winter sehr dick, dicht)
Hals, Brust, Bauch, Schwanzspitze: weiß.
Schwanz: buschig, lang (Schwanzspitze weiß)
Beine: schwarz
OHREN
TÖNE: Sie können bis zu einer Frequenz von 65kHz wahrnehmen, wohingegen der menschliche Hörbereich bei etwa 20kHz endet.
OHREN: lassen sich sehr exakt ausrichten. Dadurch sind sie in der Lage, die Geräusche einer Maus noch unter einer 30 cm dicken Schneedecke punktgenau zu orten.
NASE:
Fuchsnase hat feine Knochenstrukturen in ihrem Innern, die dafür sorgen, dass in der vergleichsweise kleinen füchsischen Nasenhöhle eine Riechschleimhaut mit riesiger Oberfläche Platz findet. Sie verfügen über ein Vielfaches der Riechzellen eines Menschen.
AUGEN:
Vertikal geschlitzte Pupillen, ermöglichen im Nahbereich eine sehr akkurate Tiefenwahrnehmung. Bodennahen Kleintierjägern wie Fuchs und Katze hilft diese bei der exakten Ortung von Beutetieren; sie ist aber auch auf der Flucht von großem Nutzen. Sie schließen außerdem besser als runde Pupillen und bieten den empfindlichen Fuchsaugen bei hellem Sonnenschein und reflektierendem Schnee optimalen Schutz.
Eine reflektierende Schicht im Augenhintergrund, dem sogenannten tapetum lucidum. Es ist auch dafür verantwortlich, dass Fuchsaugen im Scheinwerferlicht regelrecht aufleuchten, weil es einfallendes Licht zurückwirft. Da das Licht die Netzhaut dabei ein zweites Mal passiert, fungiert das tapetum lucidum letztlich als Restlichtverstärker und sorgt dafür, dass Füchse auch bei schwachem Licht noch gut sehen können. Allerdings ist die Farbwahrnehmung und Fernsicht bei Füchsen vermutlich deutlich schwächer ausgepägt als bei Menschen.
Wühlmäuse
Junghasen (selten)
Aas
Gelege von Bodenbrütern
Beeren
Würmer
Abfälle der Menschen
Haben Füchse viel Erfolg bei der Nahrungssuche und finden oder erbeuten sie mehr, als sie verzehren können, vergraben sie den Überschuss in Verstecken. Für diese Verstecke besitzen Füchse selbst nach längerer Zeit ein beeindruckendes Gedächtnis. Der Geruch spielt dabei allenfalls bei der Feinortung der vergrabenen Nahrung eine Rolle: (Als der Biologe David Macdonald die von einem Fuchs versteckte Nahrung ausgrub und einen Meter entfernt wieder säuberlich verbuddelte, gelang es dem Fuchs nicht, diese wiederzufinden.)
Flexibles Sozialsystem. Leben als Einzelgänger, in Paaren oder in Familiengruppen.
Fuchsfamilien bestehen meist aus einem Elternpaar und den Welpen des aktuellen Jahres. Es können auch einzelne Jungtiere des Vorjahres im Familienverband bleiben.
Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Während der Jungenaufzucht häufig auch am Tag bei der Jagd auf Wühlmäuse zu sehen.
Können nahezu überall überleben, wo sie genug Nahrung finden.
Der Fuchs gräbt seinen Bau selbst oder bezieht Höhlen von Dachsen oder Kaninchen, die er einfach ausbaut und erweitert. Sind die Baue groß genug, bildet er auch Wohngemeinschaften mit den ursprünglichen Bewohnern.
Der Fuchsbau ist aufgeteilt in Haupt- und Nebenbau. Der Hauptbau mit Wohnkammer und Wurfkessel geht tief unter die Erde.
Oberflächennahe Höhlen und Gänge bilden den Nebenbau. Dort ruht sich der Fuchs aus oder versteckt sich bei Gefahr.
Außerdem gibt es mehrere Fluchtröhren nach draußen.
Ob ein Fuchsbau bewohnt ist, erkennt man unter anderem am an dem typischen „Fuchsgeruch“, der durch Urinmarkierungen im Umfelt der Höhle entsteht. Zudem findet man an den Eingängen Knochen, Fellreste oder Federn.
Ihren Bau nutzen Füchse vor allem während der Tagesruhe im Winter und für die Jungenaufzucht im Frühjahr. Im Sommer und Herbst suchen sie häufig auch Verstecke außerhalb des Baus auf, zum Beispiel in Hecken und Feldern.
Füchse haben ein ganzes Repertoire aus unterschiedlichen Lauten, um miteinander zu kommunizieren (30 . 40 erforschte unterschiedliche Laute).
Das Bellen ist der vielseitigste Klang des Fuchses und betont nochmal seine Verwandtschaft mit dem Hund, der sein domestizierter Nachfahre ist
RANZBELLEN (wau-wau-wau)
Vor allem von Dez - Feb während der Paarungs- o. Ranzzeit zu hören. Dann kommt es auch oft zu Auseinandersetzungen zwischen Rüden, die von typischen Keckerlauten begleitet werden.
Die letzte Silbe beim “Au-au-au” deutlich)
Benutzung:
1) Sie halten damit Kontakt mit ihren Artgenossen über größere Abstände. Ein Weibchen erregt die Aufmerksamkeit eines Männchens, welches ihm dann antwortet.
2) Alttiere warnen ihre Jungen – im Nahen klingt dies hustend und dumpf, über größere Entfernung auch scharf. (wenn sich ein Artgenosse unerlaubt nähert)
BELLEN (einsilbig)
Paarungszeit: lautes, heiseres Bellen, um mögliche Sexualpartner herbeizulocken und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. ( Menschen können diesen markerschütternden Schrei oft nicht einordnen - es kommt durchaus vor, dass besorgte Anwohner bei der Polizei anrufen, weil sie die nächtlichen Liebesrufe der Füchse als Schmerzens- oder Todesschreie von Mensch oder Tier fehldeuten)
Bei Gefahr, auf kurze Distanz: laut, dumpfes langgezogenes Bellen als eine Art Warnsignal. (Schreckmuffen)
Bei Gefahr, auf größere Distanz: laut, heiseres Warnbellen.
Rangeleien unter Rüden. In der Ranzzeit müssen oft mehrere Verehrer um eine Fähe kämpfen. (zwischen Jan - Mär gehäuft zu vernehmen).
BELLEN (dreisilbig)
Fuchswelpen, die sich einsam fühlen oder Hunger haben, rufen mit einem rauen, quärrenden oder trällernden Dreifachbellen nach ihrer Mutter. Mit zunehmendem Alter wird aus den leisen Kontaktlauten der Welpen schließlich ein lautes dreifaches Bellen, das meist in der Tonlage abfällt, aber manchmal auch in einem langgezogenen Heulen endet. Füchse nutzen diese Rufe, um über größere Distanzen in Verbindung zu bleiben
KNURREN (Grrrrrr)
Wird er in eine Ecke getrieben oder überrascht, so lässt er ein Knurren von sich, was „halte Abstand“ und „ich bin bereit mich zu wehren“ bedeutet.
Untereinander kommt es vor, dass Füchse gegenseitige Kampfbereitschaft demonstrieren wollen. Meist geht es dabei um die Verteidigung ihres Territoriums oder eines Weibchens.
SCHREIEN
1) Kommunikation: Wenn sich ein Fuchs einem Rudel anschließt, ist er auf den Austausch untereinander angewiesen. So warnen sich Mitglieder einer Familie gegenseitig und machen auf Nahrungsquellen aufmerksam. Wenn sich die Tiere einmal weiter voneinander entfernen, dann können sie sich gegenseitig wiederfinden, indem sie Schreie ausstoßen.
2) Paarung: Damit sich 2 Füchse treffen, stoßen Weibchen einen gellenden Lockschrei aus. Männchen antworten den Fähen, wenn sie ebenfalls bereit zur Fortpflanzung sind. Vor allem in den Wintermonaten von Dez- Feb kann man diesem Frage- und Antwortspiel in Wäldern lauschen.
3) Gebiet beschützen: Bedroht ein Artgenosse das Revier eines ansässigen Fuchses, wird dieser durch schrille Lautäußerungen gewarnt und vertrieben.
4) Angst: Heute hat der Fuchs keine natürlichen Feinde mehr, da größere Raubtiere wie Bären oder Wölfe nicht mehr in Deutschland heimisch sind. Doch auch der Mensch kann eine Bedrohung für das scheue Wildtier darstellen. Fühlt sich der Einzelgänger in die Ecke getrieben oder wird überrascht, lässt er es sein gegenüber durch Knurren oder andere Einschüchterungslaute wissen.
KECKERN
Mit geöffnetem Maul ein lauter, rollender, schriller Ton. Er ist eine klare Aufforderungen zu mehr Abstand und ein Stück weit mit dem warnenden Knurren eines Hunds vergleichbar: „Geh bloß weg!“
LOCKMUFFEN
Wenn Altfüchse zu den Welpen kommen, ihnen Futter bringen oder sie zu sich locken wollen, äußern sie mehrfach einen leisen, gutturalen Laut. Es klingt wie ein sanftes Glucksen und fungiert als Begrüßungslaut gegenüber den Welpen.
WINSELN
Welpen o. rangniedrigere Füchse winseln gegenüber älteren oder dominanteren Artgenossen. Es dient zur Begrüßung, aber auch als Zeichen der Unterwerfung o. Beschwichtigung. Außerdem betteln Welpen damit um Nahrung.
KURZE LAUTE
Zur Begrüßung geben Füchse leise, kurze Laute von sich.
LANGGEZOGENES BELLEN
Vor Gefahr warnen sie mit einem lauten, langgezogenen Bellen.
HEISERER SCHREI
Selten, meist auch nur während der Jungtieraufzucht zu hören ist der heisere Schrei, mit dem die Alten vor Gefahr warnen.
Fuchsbellen
Foto 1: Joanne Redwood, CC0, via Wikimedia Commons
Alarmruf
Foto 2: caroline legg, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
Kampf + Spiel junger Füchse
Foto 3: Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons
Fuchs Schrei
Foto 4:Alexis Lours, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons
Partner locken sich an
Foto 5: Matvei Kiselev, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Jaulen
Foto 6: Karl Pinnow, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons
Dez - Feb (der eigentliche Akt meist im Jan o.Feb). Der Paarung geht ein oft wochenlanges, mal hitziges, mal zärtliches Vorspiel voraus. Die Füchsin ist nur während einiger weniger Tage empfängnisbereit, und genau diesen Zeitpunkt muß der Fuchsrüde abpassen. Aus diesem Grund weicht er ihr für geraume Zeit nicht von der Seite, duldet keine Nebenbuhler im Revier, und prüft ständig – durch Beschnuppern oder vorsichtige Annäherungsversuche den „Stand der Dinge“. Zu Beginn werden selbst vorsichtige Annäherungsversuche des Rüden allerdings recht ruppig von der Fähe abgewehrt. Sie lässt keinen Zweifel aufkommen, dass allein sie bestimmt, wann es soweit ist. Vergewaltigungen, wie sie bei manchen Marder- oder auch Vogelarten gängig sind, gibt es bei Füchsen nicht.
Im Laufe von Tagen und manchmal sogar Wochen wird durch langsame Annäherung nach und nach ein enges emotionales Band geknüpft. Schließlich lässt die Fähe die Nähe des Rüden zu, und die beiden tauschen Zärtlichkeiten in Form von gegenseitigem Belecken und Beknabbern aus.
Die Paarung wird nach Hundeart vollzogen - der Rüde umfasst mit den Vorderläufen den Körper der Füchsin und besteigt sie, wobei er bisweilen in einer Art "Liebesbiss" mit den Zähnen ihren Nacken fasst. Der Penis des Rüden verfügt zur Stabilisierung beim raschen Eindringen in die Fähe über einen Penisknochen; an der Basis des Glieds befindet sich der sogenannte Knoten, der während des Akts anschwillt und nach der Paarung dazu führt, dass das Liebespaar sich nicht sofort trennen kann. Ähnlich wie auch Hunde oder Wölfe hängen Fuchs und Füchsin dadurch nach dem Akt für 20 bis 30 Minuten aneinander. Da sie für die Dauer des Hängens jeglichen Angriffen von außen wehrlos ausgeliefert sind und eine gewaltsame Trennung für Rüde wie auch Fähe mit einem erheblichen Verletzungsrisiko einhergehen würde, findet die Paarung nicht selten im Bau statt.
(1 x im Jahr)
TRAGZEIT: durchschnittlich 53 Tage
WELPENANZAHL: meist 4 - 5, in Ausnahmefällen bis 10, Geburt in der Sicherheit des Fuchsbaus (80 - 150 g)
GEBURTSTERMINE: zwischen Mitte Februar und Mitte Mai, die meisten im März /April.
AUSSEHEN: blind und taub, manchmal schon Fell. Öffnen der Augen nach 14 T.
SÄUGEN: bis 8 Wo
ERSTE ZÄHNE: mit 3 Wo.
WELPENAUFZUCHT: Fuchs + Füchsin sind liebevolle, treusorgende Eltern. Der Fuchsrüde hilft bei der Jungenaufzucht mit Nahrungsversorgung, bewacht und verteidigt sie.. Sind die Jungen alt genug, kann man ihn auch desöfteren beim Spiel mit den Jungfüchsen beobachten.
VERLASSEN DER HÖHLE: nach 4 Wo.
SELBSTÄNDIGKEIT: nach 3 Mon. (im Streifgebiet der Eltern, mit engem Kontakt zu diesen)
Komplette Selbständigkeit: mit ca. 6 Mon.
Ausgewachsen: mit ca. 10 - 11 Mon.
FEINDE
Wolf
Uhu
Luchs
Parasiten
Mensch (56 - 80 %)
KRANKHEITEN
TOLLWUT
Seit 2008 gilt Deutschland nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) als frei von terrestrischer Tollwut. Damit stellt der Fuchs für den Menschen keine Gefahr mehr dar.
RÄUDE (Scabies)
stark ansteckend
Durch Milben verursacht, kann tödlich enden. Über direkten Kontakt übertragen, kann sich in dichten Beständen schnell und weit verbreiten.
Parasitäre Hauterkrankung, die Säugetiere und Vögel befallen kann.
Unter wildlebenden Tieren vor allem der Fuchs betroffen.
Verursacht wird die Räude von der Sarcoptesmilbe (Sarcoptes scabiei), deren Weibchen sich in die Oberhaut bohren und dort in Kanälen Kot und Eier ablegen. Infolgedessen entstehen heftig juckende Bläschen und Pusteln. Kratzt sich das befallene Tier, entstehen häufig Sekundärläsionen in Form von Kratzwunden; das Fell fällt aus, und im Finalstadium sind einzelne Körperteile bisweilen völlig nackt.
Unbehandelt führt die Krankheit bei Füchsen und anderen Hundeartigen oft zum Tode. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei bis sechs Wochen.
Sehr effektive und zuverlässige Behandlungsformen, die die Parasiten bereits nach einmaliger Anwendung abtöten: Mittel der Wahl sind dabei die Wirkstoffe Ivermectin und Selectamin, die entweder auf die Haut aufgetragen oder eingenommen werden können.
Übertragung auf den Menschen:
Räudemilben können sich in menschlicher Haut nicht weiterentwickeln und sterben ab. Eine Infektion mit der Räude (beispielsweise durch Kontakt mit infizierten Haustieren) ist daher nicht möglich. Allerdings kann Sarcoptes scabiei den Menschen befallen und eine kurzzeitige Erkrankung mit Juckreiz und kleinen Papeln auslösen. Diese sogenannte Pseudokrätze heilt auch ohne Behandlung nach wenigen Tagen ab.
Anzeichen
Die offenkundigsten Anzeichen sind häufiges und sehr intensives Kratzen sowie kahle Körperstellen, vornehmlich an Kopf, Hinterteil und Schwanz. Mit Räude infizierte Füchse verhalten sich überdies bisweilen untypisch - zielloses Umherwandern am Tag, begleitet von häufigem Kratzen und Bissen in das eigene Fell und vollständigem Ablegen jeglicher Menschenscheu sind Anzeichen für eine Infektion. Dazu kommen Abmagerung, Dehydrierung und Augenentzündungen.
Was kann man gegen Räude tun ?
Während Haustiere leicht gegen Räude zu behandeln sind, gestaltet sich das bei Füchsen etwas schwieriger. Wildtierhelfer setzen vor allem die Präparate Bravecto und Simparica in der Dosierung für kleine Hunde (5-8kg) ein. Dabei handelt es sich um große Kautabletten, die bereits bei einmaliger Anwendung effektiv gegen Räudemilben wirken und selbst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung meist zu einer vollständigen Genesung des Fuchses führen. Bravecto und Simparica eignen sich auch für säugende Füchsinnen und werden von ihnen gut vertragen.
FUCHSBANDWURM
Der Fuchs ist der Endwirt. Für ihn kaum schädlich.
Für den Zwischenwirt (Mäuse, Ratten) meist tödlich.
Für den Mensch als Fehlzwischenwirt unbehandelt mit metastasenartigen Zerstörung lebenswichtiger Organe und endet nach zehn bis 15 Jahren mit dem Tod.
( laut Robert-Koch-Institut bestätigte Meldungen: demnach infizieren sich bundesweit im Jahr etwa 30 bis 50 Menschen an alveolärer Echinokokkose. Damit zählt sie zu den seltensten Parasitenerkrankungen Europas.)
Zur Einordnung: Sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren ist hierzulande ähnlich unwahrscheinlich, wie vom Blitz getroffen zu werden. In Deutschland dürften deutlich mehr Menschen durch Jagdwaffen zu Schaden kommen als durch den Fuchsbandwurm. Zudem können einfache Hygienemaßnahmen vor der Infektion schützen.
Übertragung: auf Füchse, Hunde u. Katzen erfolgt ausschließlich durch das Fressen von infizierten Zwischenwirten, also Mäusen. Endwirte des Fuchsbandwurms (etwa Hunde) können sich an anderen Endwirten (Füchsen) nicht mit Stadien des Fuchsbandwurms infizieren, die in ihnen zu adulten Würmern heranwachsen können. Sie werden daher durch Fuchskontakt nicht zu Ausscheidern.
Grundsätzlich kann der Fuchsbandwurm aber auch als Parasit bei Hunden und Katzen vorkommen - nämlich dann, wenn diese vom Fuchsbandwurm befallene Nagetiere fressen und sich dadurch infizieren. Hygiene im Umgang mit mäusefangenden Haustieren und eine regelmäßige Entwurmung ist daher in Gebieten, in denen der Fuchsbandwurm häufig ist, empfehlenswert.
Wie kann ich mich vor Echninokokkose schützen?
Zum Schutz vor der Infektion mit alveolärer Echinokokkose in Gegenden, in denen die Befallsrate von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm hoch ist, sollten einige einfache Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:
Tot aufgefundene Füchse nur mit Gummihandschuhen anfassen.
Nach dem Pilzesammeln und der Garten- oder Feldarbeit sollten die Hände gewaschen werden.
Beim Umgang mit Hunden und Katzen ist Hygiene der beste Infektionsschutz. Nach der Berührung des Fells in der Afterregion sollte man die Hände nicht ungewaschen zum Mund führen.
Zusätzlich können als weitere Vorsichtsmaßnahme frisch gepflückte Beeren, Waldfrüchte und Pilze vor dem Verzehr gut gewaschen oder auf über 60 Grad erhitzt werden, um Fuchsbandwurmeier abzutöten (einfrieren genügt nicht).
STAUPE
Verläuft meist tödlich. Die Krankheit kann auch Hunde befallen, in der Regel sind sie aber dagegen geimpft.
Eine Viruserkrankung, für Menschen nicht ansteckend, für Hauskatzen völlig ungefährlich und Hunde können dagegen geimpft werden.
Staupe-Viren zählen zur Familie der Paramyxoviren. Das Virus kommt weltweit vor und neben Hundeartigen (Hunden, Wölfen, Coyoten, Füchsen) können durch eng verwandte Varianten des Virenstamms auch Musteliden/Marderverwandte (Marder, Dachse, Otter, Stinktiere, Vielfraße, Frettchen, Iltisse, Nerze, Wiesel), Procynoiden (z. B. Waschbären und Pandas), Großkatzen (Löwen, Tiger, Panther, Leoparden) sowie Robben betroffen sein. Hauskatzen (oder die in Deutschland selten vorkommenden Wildkatzen) erkranken an dem Virus jedoch nicht. Obwohl Staupe eng mit dem Masern-Virus verwandt ist, können Menschen nicht an Staupe erkranken.
Das Staupe-Virus ist prinzipiell hochansteckend. Es kann durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, durch Tröpfcheninfektion ( Luft, z. B. Niesen, Husten) oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie z. B. Speichel, Schleim, Tränenflüssigkeit, Blut, Erbrochenem, Urin, Kot, oder anderen Körpersekreten übertragen werden. Auch über mit derartigen Körpersekreten kontaminierte Objekte kann theoretisch eine Ansteckung stattfinden. Das könnte z. B. ein Futter- oder Wassernapf sein, der draußen steht und gemeinsam von Wild- und Haustieren genutzt wird. Allerdings ist das Staupe-Virus in der Umwelt nur sehr kurzlebig, was das Risiko einer Ansteckung wiederum stark reduziert. In der Natur überlebt das Virus in warmem Klima nur 20 bis 180 Minuten und ist generell sehr empfindlich gegenüber Wärme, Austrocknen, Sonnenlicht, Seife und Desinfektionsmitteln. Lediglich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter kann das Virus in der freien Umgebung mehrere Wochen überleben.
Es gibt unterschiedliche Staupe-Virenstämme, die bei Wildtieren vorkommen, die nicht immer auch auf Hunde übertragbar sind.
Trifft allerdings das Staupe-Virus auf ein Tier, welches für die Erkrankung empfänglich ist, dann ist das durchaus gefährlich für dieses Tier und führt häufig zum Tod.
Ein infiziertes Tier ist etwa 8 Tage nach der Infektion ansteckend, obwohl es selbst ggf. noch keinerlei Symptome zeigt.
SYMPTOME
Zeigen sich langsam, äußerst vielfältig, unspezifisch. Krankheitsverläufe sind sehr unterschiedlich, letztendlich leider häufig fatal.
Kann in verschiedenen Phasen auftreten, befällt das Lymphsystem, Haut und Pfotenballen, die Augen, den Magendarmtrakt, die Atemwege sowie andere Organe und schließlich das Gehirn.
Symptome können sein: (eitriger) Ausfluss aus Augen, Nase, Entzündungen am / im Auge, Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Zahnschmelzabbau, verhärtete bzw. verhornte Pfotenballen / Nase, Husten, Schnupfen, schwere Atmung, Lungenentzündung, ungepflegtes Fell, offene, nässende Wunden auf der Haut, schlechter Allgemeinzustand, Dehydration, Lethargie, Zuckungen, Zittern, Krampfanfälle, Ruhelosigkeit, Überempfindlichkeit (z. B. gegenüber Berührungen, Geräuschen), motorische Störungen, Lähmungen, Desorientiertheit, zielloses Umherwandern (auch tagsüber), Verlust von Angst/Scheu.
Viele der Symptome ähneln den Symptomen von Tollwut.
Je nach Immunstatus des betroffenen Tieres und des Virenstamms können zeitweise auch gar keine Symptome oder alle Symptome gleichzeitig auftreten. Nur mit Labordiagnostik sicher zu diagnostizieren. Anhand der Symptome kann allenfalls ein Verdacht auf Staupe geäußert werden. Der zweifelsfreie Nachweis von Staupe beim lebenden Tier ist schwierig.
Ausbruch / Heilung
Wenn es zu einer Staupe-Infektion und zum nachweislichen Ausbruch der Staupe kommt, fällt die Prognose leider meist schlecht aus. Sobald ein Tier Symptome wie z. B. eine Infektion des Magendarm-Traktes oder der Atemwege zeigt, ist eine vollständige Heilung unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.
Eine Behandlung wird im Wesentlichen symptomatisch durchgeführt. Letztendlich muss das Immunsystem das Virus selbstständig bekämpfen. Es gibt Fälle, in denen bei Hunden eine unterstützende Behandlung erfolgreich sein kann. Die Behandlung ist aber komplex und aufwändig. Sie erfordert eine intensive stationäre Behandlung unter strengen Hygienemaßnahmen. Eine solche Behandlung ist einem scheuen Wildtier nicht zumutbar und daher i.d.R. nur für Haustiere anwendbar. Trotzdem gibt es auch dann keine Garantie für einen Erfolg der Behandlung.
Quellen: www.fuechse.info; www.fuchs-hilfe.de