Der Igel

Foto 1: Calle Eklund/V-wolf, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Foto 2: I, Jörg Hempel, CC BY-SA 2.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons

Allgemeines

 Merkmale

Sinnesorgane

Nahrung

Lebensweise / Verhalten

Bau

Lautäußerungen

Paarung

Nachwuchs

Feinde

Krankheiten

ALLGEMEINES

ALTER

bis zu 8 Jahre, durchschnittlich 2 - 4 Jahre

GEWICHT

ausgewachsen ca. 800 g - 1500 g

GRÖSSE

Höhe bis 20 cm / Länge bis 20 - 30 cm (wie Kaninchen)

REVIERGRÖSSE

Männchen durchstreifen größere Gebiete, während Weibchen eher an einem Ort bleiben.

bis zu  1 km² (8 bis 100 Fußballfelder) bei Männchen

FORTBEWEGUNG

SCHNELLIGKEIT

 bis 7 km/h

KLETTERN

können gut klettern (niedrige Hindernisse wie Treppenstufen ca. 15-20 cm).

Können sich durch kleine Öffnungen zwängen

Merkmale

Körper: gedrungen

Stacheln

6.000-8.000 Stück an Rücken + Kopf.

Dienen als Schutz, sind hohl und aus modifizierten Haaren.

Farbverlauf von braun über weiß bis hin zu fast schwarz (Tarnung)

An der Basis verdickt, leicht gekrümmt. So können sie einen Aufprall abfedern, und der Igel wird bei einem Sturz nicht von seinen eigenen Stacheln verletzt.

Igel lassen sich zuweilen sogar mit Absicht einen kleinen Hang hinunterrollen.

 

Zum Schutz vor Fressfeinden trägt der Igel ein robustes Stachelkleid. Jeder Stachel ist mit einem eigenen Muskel ausgestattet. Durch ein komplexes Zusammenspiel dieser Muskeln sind Igel in der Lage, sich in Gefahrensituationen zu einer Kugel einzurollen. Dadurch sind sie nahezu unangreifbar. Die Stacheln sind an der Basis verdickt und leicht gekrümmt. So können sie einen Aufprall abfedern, und der Igel wird bei einem Sturz nicht von seinen eigenen Stacheln verletzt. Igel lassen sich zuweilen sogar mit Absicht einen kleinen Hang hinunterrollen. Die einzelnen Stacheln haben einen Farbverlauf von braun über weiß bis hin zu fast schwarz. Damit ist der Igel im dichten Laub und auf dem Boden gut getarnt. Ihre Stacheln besitzen Igel schon bei der Geburt, da sind sie jedoch noch weich. Ein erwachsenes Tier trägt im Schnitt 5.000 bis 7.000 Stacheln.

Beine + Pfoten:

kurze Beine mit fünf Zehen + Krallen zum Graben / Kratzen

Schnauze: kurz, beweglich

Nase: kurz, mit Tasthaaren

Ohren: klein 

Augen: klein

Geruchssinn: hervorragend, riecht Nahrung bis zu 400 m weit

Fell:

weich, graubraun an Bauch, Beinen, Brust und Gesicht

Schwanz: sehr kurz, kaum sichtbar

GEBISS

. Ein erwachsener Igel hat 20 Zähne im Oberkiefer und 16 Zähne im Unterkiefer.

SINNESORGANE

NASE:

Das Hauptwerkzeug: ein hochsensibles Instrument, das ihm eine Orientierung weit über das Sehfeld hinaus ermöglicht

Bei einem gesunden und aktiven Igel ist die Nase immer feucht, oft tropft sie sogar, wenn er neue Eindrücke aufnimmt.

GAUMEN

Jacobson-Organ (Vomeronasales Organ): Ein spezielles Organ im Gaumen, das Gerüche „schmeckt“ oder intensiv analysiert, indem es schaumigen Speichel auf die Stacheln aufträgt.

GEHÖR

 sehr gut entwickelt, nimmt Geräusche im Ultraschallbereich wahr, um unterirdische Beute zu orten

AUGEN

eher schwach; nachtaktive Lebensweise kompensiert dies

TASTSINN

kurzhaarige Tasthaare an der Schnauze helfen zusätzlich

Nahrung (100 - 150 g pro Tag)

Igel sind keine Vegetarier, sie fressen kein Obst und kein Gemüse !

Sie vertragen keine Milch (von Natur aus laktoseintolerant,  bekommen von Milch Durchfall /Koliken, die tödlich enden können)

 

Laufkäfer, Larven von Nachtschmetterlingen, Ohrwürmer, sonstige Insekten, Hundert- u. Tausendfüßler, Asseln, Spinnen.

Regenwürmer und Schnecken werden zwar ebenfalls gefressen, aber tatsächlich nur bei Mangel an ihrer bevorzugten Nahrung.

Da Regenwürmer und Schnecken Träger von Parasiten (Lungen- und Darmwürmer) sein können, die durch das Fressen dieser Tiere auf Igel übertragen werden können, sollten Igel nicht aktiv mit Regenwürmern oder Schnecken gefüttert werden.

LEBENSWEISE

Sind Einzelgänger und haben feste Territorien, die sich überlagern können. In der Regel zeigen sie aber kein Territorialverhalten, sondern gehen Artgenossen aus dem Weg

 

Als nachtaktive Tiere verkriechen sich Igel tagsüber in Schlafnestern aus Laub und Gras. Bevorzugt bauen sie diese in Hecken /Gebüsche an Waldrändern, Parks, Gärten. Auch Komposthaufen, Ecken aus Reisig /Laub oder umgestürzte Baumstämme sind prima Quartiere für den Tag.

Sie bieten Schutz und Nahrung. Doch eben jene „Dreckecken“ aus Laub- und Reisighaufen werden allzu oft so konsequent abtransportiert, schützende Hecken und Büsche so stark zurückgeschnitten, dass Igel große Schwierigkeiten haben, sich dort zurückzuziehen.

 

WINTERSCHLAF

Igel halten Winterschlaf (Temperatur dauerhaft unter 5°)

verlieren dabei bis zu 40 % ihres Körpergewichts 

 (ca. Okt - Mär)

Winterschlafnest:  kugelförmig, unter Hecken, Reisighaufen, Hohlräume unter Gartenhäusern, Holzstapeln.

Nistmaterial: Laub + kleines Astwerk.

Vormonate: fressen sie sich eine dicke Fettschicht an

Körper:

Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur werden drastisch reduziert.

Nest-Bedingung: nicht zu feucht + nicht zu kalt, auch nicht zu warm, sonst wachen sie auf und verbrauchen sehr viel Energie.

Zeit des Schlafens: etwa 80 Prozent, wachen immer wieder für ein paar Stunden auf. (Funktionen des Körpers prüfen, bevor weiter geschlafen wird)

 Frühling

Igel erwachen, kann bis 12 Stunden dauern, bis „Normalbetrieb“ 

BAU

Laub- und Reisighaufen: Igel sammeln trockenes Laub + Reisig, um sich darin einzukuscheln und zu überwintern.

Naturverstecke: unter Hecken, Reisighaufen, Hohlräume unter Gartenhäusern, Holzstapeln, dichten Büschen, in Totholzstapeln.

Lautäußerungen

Igel sind sehr geräuschvolle Tiere. Man hört sie rascheln, wenn sie im Unterholz auf Nahrungssuche sind. Haben Sie etwas zu fressen gefunden, schmatzen sie laut und knacken manchmal hörbar Schneckenhäuser und Insektenpanzer.

 

Am lautesten sind sie aber, wenn sie auf Artgenossen treffen und in Streit oder Paarungslaune geraten. Dann geben sie ein Keckern von sich und können sogar fauchen und kreischen.

verärgertes Fauchen

trinken Aufzuchtmilch

schreit/kreischt in Not

PAARUNG

von Mai - Aug

Balzzeit:

 Die Igelmännchen gehen auf Partnersuche und legen dabei weite Strecken zurück.

Männchen umkreist das Weibchen stundenlang (Igelkarussell) , oft begleitet von lauten Schnauf-, Schnüffel- und Stöhngeräuschen,

Weibliche Abwehr

Zuerst wehrt das Weibchen das Männchen mit aufgestellten Stacheln ab, faucht und boxt es weg.

 

Akzeptanz:

Wenn das Weibchen nachgibt, legt es seine Stacheln flach, was die Paarung ermöglicht.

NACHWUCHS

(1 x im Jahr)

TRAGZEIT: durchschnittlich 35 Tage

WELPENANZAHL: meist 4 - 7 (

GEBURTSTERMINE: meist Jun - Aug

AUSSEHEN: blind und taub, mit ca. 100 weichen Stacheln

SÄUGEN: bis 6 Wo

ÖFFNEN DER AUGEN

ca. 14 Tage

ERSTE ZÄHNE: mit 3 Wo.

WELPENAUFZUCHT:

  Igelmutter zieht ca. 6 Wo alleine groß

verlässt nachts das Nest, um nach Nahrung zu suchen

VERLASSEN DER HÖHLE: nach 20 Tagen, suchen selbst schon nach Nahrung.

SELBSTÄNDIGKEIT

Komplette Selbständigkeit: 6 Wochen, verlassen die Mutter (250 - 350 g)

Ausgewachsen (selbständiger Jungigel): mit ca. 2 - 2,5 Mon.

FEINDE

Mensch (Lebensraumzerstörung, Mähroborter, Autos, Zäune, Mauern, Pools)

Dachs

Uhu

Fuchs

Marder

Iltis

Hunde

Katzen

Greifvögel

KRANKHEITEN

Parasiten

Milben, Würmer, Flöhe

 

Infektionskrankheiten,

 Bakterium Corynebacterium ulcerans (Diphtherie-Verwandter)

: für Menschen gefährlich)

kann Hautabzesse oder neurologische Probleme verursachen

Borna-Virus (BoDV-1)

tödlich für Igel und potenziell für Menschen

Hautpilze

ansteckend für Menschen

Milbenbefall

Schuppen, Stachelausfall

Zahnstein

bei älteren Tieren, was die Nahrungsaufnahme behindert

Sekundärkrankheiten:

oft Folge einer Schwächung durch Parasiten (z.B. Lungen- oder Darminfektionen)

 

Symptome & Anzeichen

Magerkeit, Gewichtsverlust trotz Fressen

Tagaktivität (Igel sind nachtaktiv)

Lethargie, Apathie

Auffällige Wunden, Madenbefall

Schuppen, kahle Stellen, schorfige Haut

Schwierigkeiten beim Fressen

 

HILFE

Sofort Hilfe suchen

Kontaktieren von Igelstation / Tierarzt mit Erfahrung von Wildtieren

Hygiene beachten:

Immer Handschuhe tragen (auch wegen Stacheln/Bissen),  danach gründlich Hände waschen

Schutzimpfung:

Diphtherie-Impfschutz aktuell halten

Keine Selbstbehandlung

Viele Krankheiten erfordern spezielle Medikamente und Diagnostik